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England beklatscht Capellos B-Elf

Berlin/London - Tief im Inneren des Berliner Olympiastadions lehnte Fabio Capello an einer grauen Betonwand und scherzte mit den englischen Reportern.

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Während Bundestrainer Joachim Löw nur wenige Meter entfernt kurz vor Mitternacht das Unerklärliche zu erklären versuchte, tauschte Englands Fußball-Nationalcoach mit den sonst so kritischen journalistischen Begleitern Nettigkeiten aus. Am Ende der Plauderstunde wünschte der Reporter der BBC «Frohe Weihnachten».

Überzeugend

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Englands Nationaltrainer Fabio Capello gestikuliert beim Spiel gegen Deutschland am Spielfeldrand, im Hintergrund die deutsche Bank.

Capello kann sich auf der Insel nun für den überzeugenden Abschluss eines Jahres feiern lassen, in dem er die englische Nationalmannschaft wieder zu alter Stärke geführt hat. Auch ohne acht Stammkräfte überzeugte die vermeintliche B-Elf im Berliner Regen beim 2:1 (1:0). «Der Sieg machte ein großartiges Jahr für Fabio Capello perfekt, der sich selbst ohne die meisten seiner Stammspieler keinen Fehler leistete», schrieb die Boulevardzeitung «The Sun» am Tag danach.

«Ein Jahr nach dem Tiefpunkt der Steve-McClaren-Ära hätte es kein ermutigenderes Schauspiel geben können als das einer zusammengewürfelten Mannschaft, die das Fehlen vieler großer Namen leicht verkraftet und Deutschland beiseiteschiebt», konstatierte «The Times». Tatsächlich konnte sich das taktisch perfekt eingestellte Capello-Team in der deutschen Hälfte austoben. Und das, obwohl so prominente Namen fehlten wie Frank Lampard, Steven Gerrard, Wayne Rooney oder David Beckham.

«Mir hat die Einstellung des Teams gefallen, wir haben sehr, sehr gut gespielt», lobte Capello seine Elf, in der ein gewisser Gabriel Agbonlahor von Aston Villa im Angriff von Beginn an ran durfte und mit dem überzeugenden Shaun Wright-Philipps die deutsche Hintermannschaft permanent beschäftigte. «Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt kenne ich einige Spieler besser», sagte der 62 Jahre alte italienische Coach nach den Treffern von Matthew Upson (23. Minute) und Kapitän John Terry (84.).

«Wir haben dem Trainer wohl ein Problem bereitet, künftig seine erste Elf zu finden», meinte Routinier Terry, dem bei dem Gegentreffer durch Patrick Helmes (63.) noch ein peinliches Missverständnis mit Torwart Scott Carson unterlaufen war. Mit vier Erfolgen sind die «Three Lions» auch optimal in die WM-Qualifikation gestartet. Capello ist unumstritten wie kein anderer Nationaltrainer aus der jüngeren Vergangenheit. «Capello ist bereit, es mit dem Rest der Welt aufzunehmen», schrieb die «Daily Mail».

Nach dem Streit zwischen Capello und einigen Vereinstrainern über den Umgang mit verletzten Spielern schlug sich der «Daily Telegraph» auf die Seite des Italieners: «Hier wurden keine Punkte vergeben, aber niemand, noch nicht mal ein schlecht gelaunter Premier-League-Trainer, dürfte es wagen, diesen Sieg im Freundschaftsspiel als wertlos zu bezeichnen. Nicht jetzt. Dafür gab es einfach zu viele Lichtblicke in Englands intelligentem und unverwüstlichem Auftritt.»

dpa

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