Meldung

Trainerdebüt von Maradona geglückt

Glasgow/London - Beim Verlassen des Rasens herzte er jeden einzelnen Spieler, in Gedanken aber war Diego Maradona nach seinem geglückten Debüt als argentinischer Fußball-Nationalcoach vor allem bei seiner Tochter Giannina.

anzeige

«Ich denke an meine Tochter und an ihr Baby und die Kerle haben es mir in einer schwierigen Zeit leicht gemacht», sagte der neue Star unter den Trainern nach dem 1:0-Sieg in Glasgow gegen Schottland gerührt über seine Mannschaft. «Die Spieler haben gezeigt, dass sie richtige Männer sind. Sie haben ihr Trikot mit Stolz getragen und damit auch mich stolz gemacht.»

Neuling

Foto: dpa Bild vergrößern

Diego Maradona sitzt gegen Schottland auf der Trainerbank.

Kurz nach Mitternacht flog Maradona in einem mit Hilfe von FIFA- Präsident Joseph Blatter organisierten Privatjet nach Madrid zu seiner jüngsten Tochter, die dort wegen Komplikationen in ihrer Schwangerschaft tags zuvor ins Krankenhaus gebracht worden war. Giannina ist im sechsten Monat schwanger und erwartet ein Kind von Argentiniens Stürmer Sergio Aguero. Als die Nachricht vom Klinikaufenthalt in Schottland eintraf, hatte Maradona seinen besorgten Angreifer freigestellt und ihn umgehend in die spanische Hauptstadt fliegen lassen.

Vor der nächtlichen Abreise bescheinigte Maradona seiner Mannschaft in einer emotionalen Pressekonferenz «brillanten Fußball». «Es war ein klarer Sieg», fauchte er einen kritischen Nachfrager an, «sie müssen Schotte sein!» Nach 25 Minuten habe Argentinien «leider den Ball zu leicht verschenkt, aber der Gegner hat zum Glück nichts daraus gemacht», sagte der Neu-Trainer an dem Ort, an dem er als 18- jähriges Fußball-Wunder vor 29 Jahren sein erstes Länderspiel-Tor für die «Albiceleste» erzielt hatte.

Am Mittwochabend entschied Maxi Rodriguez (8. Minute) das Spiel. «Ich musste heute nicht unbedingt gewinnen», sagte Maradona, dessen Mannschaft zuletzt Chile mit 0:1 unterlegen war, «aber ich habe von den Spielern gefordert, dass sie ein anderes Gesicht zeigen. Die Niederlage gegen Chile ist jetzt eine hässliche, aber vergangene Episode.»

Der Sieg über Schottland, wo Maradona wegen seines Hand-Tors gegen den großen Rivalen England im WM-Viertelfinale von 1986 wie ein Fußball-Heiliger verehrt wird, ließ den Technischen Direktor Carlos Bilardo gar schon vom nächsten Titel träumen. «Wenn Argentinien 90 Minuten lang so spielt wie die ersten 25, dann werden wir Weltmeister. Das kann ich Ihnen jetzt unterschreiben, so sicher ist das», sagte Bilardo der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Ohne Stars wie Riquelme, Messi und Aguero präsentierten sich die Argentinier engagiert und laufstark, zeigten aber auch Mängel in der Abstimmung. Das ersatzgeschwächte Team von Schottlands Coach George Burley wehrte sich tapfer und zog sich mit Anstand aus der Affäre. «Wenn Peinlichkeiten zu vermeiden das realistische Ziel war, haben Burley und seine Elf Erfolg gehabt», urteilte das Blatt «The Scotsman».

Keine Versöhnung gab es mit Schottlands Co-Trainer Terry Butcher, der 1986 in Englands Nationalelf stand und vor dem Match erklärt hatte, er könne Maradona sein «mit der Hand Gottes» erzieltes Tor nicht verzeihen. «Wer ist Butcher? Ich habe Schottlands Trainer begrüßt, aber wer ist dieser Butcher?», fragte Maradona, der am Ende doch noch ein gutes Wort für die Schotten parat hatte. «Sie haben gute Spieler. Technisch sind wir besser, und sie haben noch einiges zu tun, aber die WM-Qualifikation ist möglich», sagte Maradona.

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben


Bundesliga Live

Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.

Fussball Manager

Fussball Manager - FussballCup

Fussball-Spruch des Tages

Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.