Montag, 24. November 2008 / 11:56 Uhr
Berlin - Drei Siege in Serie, beste Bilanz seit acht Jahren und nur ein Punkt Rückstand auf die Champion-League-Plätze: Doch bei Hertha BSC reagiert noch immer nüchterner Realismus statt Euphorie.
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«Wir bleiben bei unserer Zielstellung, besser abzuschneiden als im Vorjahr und in die Nähe der UEFA-Cup-Plätze zu kommen», sagte Trainer Lucien Favre und dämpft so die in Berlin aufkommende neue Zuversicht über die neue Hertha. «Alles andere als über einen UEFA-Cup-Platz zu diskutieren, wäre irrsinnig», meint auch Manager Dieter Hoeneß.
Augenscheinlich ist, dass in Berlin Favres Konzepte und Ansichten immer besser greifen. Personeller Beleg dafür ist der Aufstieg seiner Wunschspieler Gojko Kacar, Maximilian Nicu oder Cicero. Vor allem der von Fluminense Rio de Janeiro bis 2010 für 800 000 Euro ausgeliehene Brasilianer, der beim VfL Bochum das erste Mal in seiner Karriere Schnee erlebte und dennoch seinen fünften Saisontreffer erzielte, gilt inzwischen in Berlin als feste Größe und soll vorzeitig einen Vertrag bekommen. Hertha ist offenbar schon in der Winterpause bereit, die Ablöse, die unter vier Millionen Euro liegen soll, nach Südamerika zu überweisen.
Ebenso konsequent betreibt Favre aber auch im Hintergrund die Trennung von Marko Pantelic. Den Torjäger, von dem Favre offenbar nie so recht überzeugt war, und der sich mit überhöhten Gehaltsforderungen bei Herthas Verantwortlichen kaum Freunde machte, kam in Bochum nur neun Minuten zu Zuge und wird im Sommer wohl den Verein verlassen. Zwar dementierte der Serbe, dass er seine Wohnung in Berlin bereits zum Winter gekündigt habe, doch eine Verlängerung seines im Juni auslaufenden Vertrages scheint in Berlin kein Thema.
Favre sieht sich mit seinem Team derzeit auf einem «guten Weg», seinen selbst gestellten Drei-Jahres-Plan zu erfüllen. Im dritten Jahr, also 2009, so seine Ankündigung, solle die Mannschaft so weit sein, den ganz großen Wurf zu landen und um einen Titel mitspielen zu können. Dabei plant der Schweizer mit Kapitän Arne Friedrich, dessen Kontrakt am Saisonende gleichfalls ausläuft, als fester Größe. Kein Wunder also, dass sich die Vertragsverhandlungen bei der Hertha demnächst auf den Nationalmannschafts-Verteidiger konzentrieren werden.
dpa
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