Freitag, 28. November 2008 / 13:25 Uhr
Hamburg - Martin Jol war bemüht, die Contenance zu wahren, dabei wurmte ihn der Auftritt seines Hamburger SV beim unnötigen 0:1 gegen Ajax Amsterdam mächtig.
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«Diese Rückpässe sind nicht das richtige Mittel», fauchte der niederländische Trainer und dürfte damit vor allem Kapitän David Jarolim gemeint haben, dessen kapitaler Fehler das Gegentor von Leonardo (77. Minute) möglich gemacht hatte. «Es kann schon sein, dass ein wenig die Kraft fehlt nach den englischen Wochen, aber das darf nicht sein», monierte Jol.
«Zu Hause waren wir ungeschlagen, nun müssen wir bei Slavia Prag gewinnen», forderte Jol, der zunächst aber an die Bundesliga-Reise nach Bochum denken muss. Will der HSV gewinnen, müssen besonders die Mittelfeldakteure deutlich kreativer agieren als gegen Ajax, wo sich die Profis mehr im Weg standen als sich zu ergänzen. «Ich habe einen katastrophalen Fehler gemacht und das Spiel entschieden», meinte Jarolim zerknirscht. Aber der emsige Arbeiter war auch zu sehr auf sich allein gestellt, seine Nebenleute wie der indisponierte Piotr Trochowski brachten gar nichts Gescheites zuwege. «Wir sind sehr froh, mit unserer jungen Mannschaft hier gewonnen zu haben», sagte Ajax-Trainer Marco van Basten, dessen Team geduldig auf die Fehler der Gastgeber gewartet hatte.
Mit der Hereinnahme von Thiago Neves, dem brasilianischen Zugang für 7,5 Millionen Euro, hatte Jol für eine Überraschung gesorgt. Der als Ersatz für Rafael van der Vaart Geholte ließ allerdings nicht nur Spielpraxis vermissen, seine Laufwege waren zudem konfus. «Man hofft auf seine Kreativität. Es war eine gute Möglichkeit, sich zu zeigen, aber er ist noch lange nicht bei hundert Prozent», kritisierte Jol. Mladen Petric war selbst verwundert, dass ihm eine Pause vergönnt war, zeigte sich aber einsichtig. «Ich war gegen Werder Bremen nicht mehr bei hundert Prozent», meinte der Kroate, der eine Viertelstunde vor Schluss in die Partie kam und nicht mehr für die Wende sorgen konnte.
Jol steht nun vor der schweren Aufgabe, die geknickten HSV-Profis wieder aufzurichten. «Wir haben auswärts auch gute Spiele gemacht, besonders zu Saisonbeginn bei den Bayern», sagte der Coach. Nach wie vor halte der HSV an seinen Zielen fest, in allen drei Wettbewerben zu überwintern, auch wenn es nun deutlich schwerer geworden sei. Als Dritter der Gruppe F mit nur drei Punkten sind die Norddeutschen in Prag schon fast zum Siegen verdammt, denn mit Spitzenreiter Aston Villa kommt am 17. Dezember der wohl schwerste Gegner der Gruppe.
dpa
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