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Herthas Samba-Kicker Cicero trotzt dem Winter

Berlin - Trotz Schnee und Kälte: Mit Cicero Santos ist ausgerechnet ein Brasilianer beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC mitverantwortlich für den augenblicklichen Höhenflug.

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Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger vom Zuckerhut trotzt der Neuzugang aus Rio de Janeiro selbst den widrigen Witterungsverhältnissen Mitteleuropas. Setzte bei anderen Brasilianern wie Alex Alves oder Marcelinho mit den ersten Schneeflocken oft auch der erste Durchhänger der Saison ein, so blühte Cicero bei seiner Schnee-Premiere zuletzt in Bochum trotz «beinahe abgefrorener Zehen» richtig auf. Nach seinem Tor sowie zwei Vorlagen formulierte Cicero gar kühne Ziele und sprach erstmals vom Meistertitel für Berlin.

Ehrgeizig

Foto: dpa Bild vergrößern

Herthas Cicero Santos (r) jubelt mit Teamkollegen Josip Simunic über einen Treffer.

Die Hertha-Verantwortlichen sind zwar seit Wochen bemüht, allzu hohe Erwartungen zu dämpfen, den Ehrgeiz ihres Transfer-Schnäppchens registrieren sie jedoch wohlwollend. Der bis 2010 von Fluminense Rio de Janeiro ausgeliehene Mittelfeldspieler soll längerfristig in der Hauptstadt gehalten werden. Die Berliner halten eine Kaufoption für weitere vier Jahre. «Wir werden die Option ziehen und ihn kaufen», hatte Manager Dieter Hoeneß bereits vor knapp zwei Wochen erklärt. Offen sei nur, ob die Ablösesumme, die deutlich unter vier Millionen Euro liegen soll, bereits in der Winterpause oder erst im Sommer nach Brasilien überwiesen wird.

In der Zwischenzeit soll Cicero, der als einziger Hertha-Profi in allen 14 Bundesligaspielen ununterbrochen auf dem Feld stand, weiter für Furore sorgen. «Er marschiert, er macht Tore. Es passt alles», lobte Hoeneß. Ausgerechnet der defensive Mittelfeldmann ist mit der erfolgreichste Torjäger der Berliner und vor allem in der Luft gefährlich: Vier seiner bisher fünf Tore erzielte der mit 1,80 Meter nicht gerade groß gewachsene Profi mit dem Kopf. Als Torjäger und Vorbereiter ist Cicero maßgeblich am besten Saisonstart der Berliner seit acht Jahren beteiligt und stellt auch den ehemaligen Erfolgsgaranten Marko Pantelic in den Schatten.

Der wegen überhöhter Gehaltsforderungen zuletzt erneut in Ungnade gefallene Torjäger hat nach den überzeugenden Leistungen Ciceros sowie von dessen Landsmann Raffael ohnehin keinen guten Stand mehr. Solange andere, allen voran Cicero, das Toreschießen übernehmen, scheint Trainer Lucien Favre auf Pantelic verzichten zu können. Als Elfmeterschütze hat Cicero den Serben bereits vor einiger Zeit abgelöst.

Trotz seiner momentan bestechenden Form freut sich Cicero aber auf die Winterpause, musste er doch im Gegensatz zu seinen Kollegen weitgehend auf Erholung im Sommer verzichten. «Langsam merke ich die Müdigkeit», gestand er dem «Tagesspiegel» (Freitag). Doch wen wundert dies bei über 70 Spielen, die der Brasilianer in diesem Jahr bis Weihnachten absolviert haben wird? Dann ist wohl auch Cicero urlaubsreif. Dass er dabei dem kalten Deutschland in Richtung Copacabana entfliehen wird - davon kann wohl ausgegangen werden.

dpa

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