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«Rote Laterne» für den Karlsruher SC

Hannover - Markus Miller war restlos bedient. «Drei Tore aus dem Nichts kassiert. Das kotzt mich langsam an. Lieber mal schlecht spielen und 1:0 gewinnen», schimpfte der Torhüter des Karlsruher SC nach der unnötigen 2:3 (0:3)-Niederlage bei Hannover 96.

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Nach dem neunten sieglosen Spiel in Serie übernahmen die Badener erstmals in dieser Saison die «Rote Laterne» in der Fußball-Bundesliga und sehen ganz schweren Zeiten entgegen. «45 gute Minuten reichen einfach nicht aus, um zu punkten und erfolgreich zu sein», kritisierte Trainer Edmund Becker den katastrophalen Auftritt seiner Elf in der ersten Halbzeit. «Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen. Wir kommen durch individuelle Fehler immer wieder zu Gegentoren», bestätigte Manager Rolf Dohmen mit nachdenklicher Miene und angesichts von nunmehr 28 Gegentoren in 14 absolvierten Bundesliga-Partien.

Restlos bedient

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Die Spieler des Karsruher SC schleichen nach der Niederlage gegen Hannover über den Platz.

Hilflos und praktisch ohne Widerstand geriet der KSC in Rückstand. Glänzend in Szene gesetzt von 96-Regisseur Arnold Bruggink hatten die im Saisonverlauf schwächelnden Angreifer Mike Hanke (12./18.) und Mikael Forssell (44.) bei ihren Toren keine Mühe, die 32 417 Zuschauern in der AWD Arena in Jubelstimmung zu versetzen. Das trieb nicht nur Miller zur Weißglut, auch Christian Eichner war stocksauer. «Wir müssen hinten endlich mal die Null halten. Sonst kommen wir nie da unten raus», befand der KSC-Kapitän.

Wie das gehen kann, zeigten die Karlsruher nach dem Wiederanpfiff. Beflügelt durch den verwandelten Foulelfmeter von Antonio da Silva (48.) ergriffen die Gäste die Initiative, erspielten sich gegen nun zunehmend verunsicherte Gastgeber Chancen, nutzten aber durch Lars Stindl (87.) nur noch eine. Das war zu wenig. Als 96-Torhüter Florian Fromlowitz in der Schlussminute gegen den eingewechselten Joshua Kennedy rettete, war die Niederlage der Gäste besiegelt.

So ist also weiter Seelenmassage angesagt. Die wird Becker übernehmen. «Das ist selbstverständlich für uns. Wir sind nicht wie ein Fähnchen im Wind», bestimmte Dohmen klipp und klar, dass es eine Trainerdiskussion bei den Badenern nicht geben wird. Aber das Personal muss sich warm anziehen und auf Konkurrenz einstellen. «Auch wenn wir in den vergangenen Tagen nur über Offensivkräfte gesprochen haben, müssen wir uns Gedanken machen, vielleicht auch in der Defensive noch etwas zu machen», kündigte der KSC-Manager Handlungsbedarf an.

Bei 96 kehrte erst einmal wieder Ruhe ein. Der vierte, wenn auch sehr, sehr glückliche Saisonsieg besänftigte die üblicherweise aufgeregten Gemüter bei den «Roten» und stärkte die Position von Trainer Dieter Hecking. Die Personalie wäre auch bei einer Niederlage kein Thema gewesen, versicherte Vorstandschef Martin Kind: «Auch das hätten wir durchgestanden.»

dpa

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