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HSV unter Zugzwang - Wolfsburg reicht Remis

Wolfsburg/Prag - Der HSV ist zum Siegen verdammt, Wolfsburg reicht ein Remis: Für die Bundesliga-Nordclubs geht es auf der europäischen Fußball-Bühne in die entscheidende Phase.

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Der Hamburger SV muss im UEFA-Cup bei Slavia Prag gewinnen, um sich für die Zwischenrunde nach K.o.-Muster zu qualifizieren. Erst dort lässt sich mit einem attraktiven Rivalen richtig Geld verdienen. Dem VfL Wolfsburg reicht gegen den FC Portsmouth ein Remis, um das Weiterkommen perfekt zu machen. «Ein Punkt fehlt uns noch, um ganz sicher zu gehen. Den holen wir uns», versprach Christian Gentner vor dem Duell des Bundesliga-Achten gegen den Tabellen-Achten der englischen Premiere League.

Familientreffen

Foto: dpa Bild vergrößern

HSV-Kapitän David Jarolim freut sich auf das Spiel in Prag.

In Hamburgs Gruppe F sind Aston Villa und Ajax Amsterdam (je sechs Punkte) bereits weiter. Der HSV hat mit drei Zählern zum Sprung angesetzt, Slavia (1 Punkt) lauert im Hintergrund. «Wir spielen mit Slavia um den dritten Platz. Nur wer gewinnt, wird es wohl schaffen», sagt David Jarolim. Für den Kapitän wird die Reise nach Prag, die trotz ungewöhnlich starken Schneefalls in Hamburg ohne Probleme begann, zu einer Art Familientreffen. Es geht nicht nur gegen seinen Heimat-Verein, es geht auch gegen Vater Karel, der Slavia trainiert, und Cousin Marek, der im Mittelfeld die Fäden zieht.

«Das ist kein leichtes Spiel für mich. Da ist eine besondere Spannung in mir», sagt der Mittelfeld-Renner, der den Gefühlsspagat schon einmal erleiden musste. Im Dezember 2005 standen sich beide Teams ebenfalls im UEFA-Cup gegenüber. Damals gewann der HSV daheim mit 2:0. Mit der 0:1-Heimniederlage vor Wochenfrist gegen Ajax Amsterdam, vorbereitet durch einen Leichtsinns-Pass von Kapitän Jarolim, hat sich der HSV selbst in die prekäre Lage gebracht.

«David war nach dem Spiel sehr unglücklich. Ich habe mit ihm am Morgen danach gesprochen, er hat sich beim ganzen Team entschuldigt», sagt Vater Karel, ergänzt aber: «Alle Gefühle müssen jetzt ausgeschaltet werden, wir müssen alles für den Erfolg von Slavia geben.» Cousin Marek meint: «Den großen Hype um das Spiel können Sie sich sicher vorstellen. Freunde werden wir erst wieder nach dem Spiel.» Zwar wäre selbst bei einer Niederlage in Prag das Aus für den HSV noch nicht endgültig besiegelt. Dann aber müssten die Hamburger im abschließenden Spiel gegen Tabellenführer Aston Villa bei eigenem Sieg auf die Schützenhilfe von Ajax gegen Slavia hoffen. «Wir wollen in Prag für uns alles perfekt machen», fordert Trainer Martin Jol.

Das gilt auch für die Wolfsburger, die ihre Fans in der Vorweihnachtszeit mit einem Fußball-Fest beschenken wollen. «Die Engländer müssen gewinnen. Aber wir spielen auch auf Sieg. Wir müssen noch mal richtig Gas geben», forderte Zvjezdan Misimovic, der Denker und Lenker der Wolfsburger Offensiv-Abteilung. Die ist in dieser Saison in der heimischen Volkswagen Arena von den Gegnern gefürchtet.

Sechs Siege aus sieben Bundesliga-Partien (21:5 Tore) und zwei Erfolge im UEFA-Cup (6:1 Tore) lassen die «Wölfe» mit breiter Brust in das Duell mit dem Team von der Insel gehen. Portsmouth lässt nur ein Sieg die Hoffnung auf das Weiterkommen. Wolfsburg dagegen kann sich sogar eine Niederlage leisten, wenn zeitgleich der SC Braga nicht beim SC Heerenveen gewinnt. Der bereits für die Runde der besten 32 qualifizierte AC Mailand ist spielfrei.

dpa

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