Meldung

Schalke 04 scheint vom Glück verlassen

Enschede - Schalke 04 fühlt sich vom Glück verlassen, hat sich aber endlich auf einen gemeinsamen Kraftakt eingeschworen.

anzeige

«Im Moment fallen wir aus dem Kellerfenster», beschrieb Vereinspräsident Josef Schnusenberg in übertragenem Sinne die verzwickte Lage nach dem bitteren 1:2 (0:1) im letzten UEFA-Pokal-Gruppenspiel bei Twente Enschede. Soll heißen: Der Revierclub kann im Augenblick machen was er will, am Ende steht ein weiterer Tiefschlag, der den Rückweg in die Erfolgsspur scheinbar schicksalhaft verbaut. Gleichwohl glaubt der Clubchef unverdrossen an das baldige Ende der Misere. «Die Spirale geht wieder nach oben, weil wir schon ganz unten sind.»

Zweikampf

Foto: dpa Bild vergrößern

Der Schalker Orlando Engelaar kämpft um den Ball gegen Wout Brama von Enschede.

Trotz der nach fünf Niederlagen in sechs Pflichtspielen weiterhin prekären Lage, sieht der Clubchef auch keinen Handlungsbedarf, was die Positionen von Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten angeht. «Ich hoffe, dass jetzt irgendwann auch von außen nicht mehr diese ständige Unruhe reingetragen wird. Wir machen alle zusammen einen guten Job, auch Andi Müller, und es gibt überhaupt keine Veranlassung, darüber nachzudenken», sagte er im «DSF»-Interview. Noch zwei Tage vor dem Spiel hatte sich die komplette Führungsriege in der Villa des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies nach einer deutlichen Aussprache auf diese gemeinsame Linie verständigt.

Orlando Engelaar und Rutten, der fast 25 Jahre lang als Spieler und Trainer bei Twente wirkte, waren nach der missglückten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte traurig, aber nicht am Boden zerstört. «Erst bekommen wir ein Abseitstor, dann scheitert Gerald Asamoah, und Heiko Westermann trifft nur dem Pfosten. In unserer Lage lässt uns auch das Glück im Stich. Aber ich habe auch ein Team gesehen, das mit Leidenschaft gekämpft hat», meinte der 45-jährige Coach, der sich mit den geringen Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten 32 Teams nicht groß befassen wollte. «Dazu etwas zu sagen, ist schwer. Fest steht: Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand.»

Bildergalerie

LeftGallery
RightGallery

Ein Überwintern im UEFA-Cup wäre für die am letzten Spieltag tatenlos zusehenden Schalker (4 Punkte) nur möglich, wenn weder Paris St. Germain noch Racing Santander (jeweils 2) ihre Heimspiele am 18. Dezember gegen die schon qualifizierten Teams aus Enschede (6) bzw. Manchester City (7) gewinnen.

Schon der Auftakt im mit 24 000 Fans ausverkauften Stadion «De Grolsch Veste» missriet völlig. Nach dem 0:1 durch Kapitän Robbie Wielaert (2.), der den zunächst von Manuel Neuer parierten Ball aus Abseitsposition einschob, musste Schalke dem Rückstand hinterher laufen. «Wir hatten danach einige Chancen, haben sie aber nicht genutzt. Im Moment läuft alles gegen uns. Solch eine Situation habe ich in fast 10 Jahren auf Schalke noch nicht erlebt», klagte der überraschend in die Startelf gerutschte Asamoah, dem nach dem 0:2 von Kenneth Perez (55.) nur noch der Anschlusstreffer (77.) gelang.

Anders als zuletzt stimmten aber zumindest Moral und Einsatz. «Wir haben vielleicht spielerisch nicht überzeugt», stellte Asamoah fest, der die Enttäuschung der Fans, die nach dem Schlusspfiff mit dem Gegner feierten, verstehen kann. «Aber man muss auch sehen, dass wir gekämpft und alles gegeben haben.» So sah es auch Westermann. «Alle haben bis zum Umfallen gekämpft. Wenn wir so weiterarbeiten, kommt das Glück irgendwann zurück und wir gewinnen unsere Spiele wieder.» Müller fordert in der «schwersten Krise der letzten drei, vier Jahre» den Schulterschluss: «Wir müssen zueinanderstehen und hart weiterarbeiten. Wir kommen nur alle gemeinsam da raus.» Und Rutten weiß: «Ruhe gibt es hier nur, wenn Siege kommen.»

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben


Bundesliga Live

Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.

Fussball Manager

Fussball Manager - FussballCup

Fussball-Spruch des Tages

Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.