Freitag, 5. Dezember 2008 / 12:03 Uhr
Wolfsburg - Vorsicht Milan, die «Wölfe» kommen. Null-Titel-Bundesligist VfL Wolfsburg will sich nach der souveränen Qualifikation für die K.o.-Runde im UEFA-Cup am 17. Dezember beim Titelhamster AC Mailand auch noch den Gruppensieg als Sahnehäubchen sichern.
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Die Italiener müssten sich «warm anziehen», kündigte VfL-Trainer Felix Magath nach dem 3:2 (2:2) über den FC Portsmouth launig an. Ernsthaft lautete die Kampfansage so: «Wir haben den Vorteil, dass uns ein Unentschieden reicht. Den wollen wir nutzen.»
Den gleichen Bonus nahmen die Wolfsburger bereits mit in die Partie gegen den englischen Erstligisten, der vor der Saison mit zweistelligen Millionen-Investitionen aufgerüstet worden war. Und der verlieh scheinbar Flügel. Schon nach drei Minuten schoss der überragende Ein-Mann-Sturm Edin Dzeko seine Mannschaft in Führung und damit gefühlt in die nächste Runde. «Da dachten wohl einige: Heute geht alles», beschrieb Magath die Situation treffend.
Das Omen trog indes. Unter tatkräftiger Mithilfe von VfL-Torhüter Diego Benaglio und der in dieser Phase orientierungslosen Defensive stand es nach den Toren von Jermain Defoe (11.) und Arnold Mvuemba (14.) plötzlich 2:1 für «Pompey». Gut, dass Christian Gentner (23.) die passende Tor-Antwort fand und so auch verhinderte, dass die rund 5000 englischen Fans die verbale Initiative übernahmen. «Mir persönlich hat es natürlich gut getan, dass ich an dem frühen Treffer direkt beteiligt war», meinte der Mittelfeldspieler zufrieden.
Einen Gang herausnehmen konnte der sehr agile Stuttgarter (Portsmouth-Trainer Tony Adams: «Ein ständiger Gefahrenherd») aber erst kurz vor Schluss, als die Engländer nach dem 2:3 durch Zvjezdan Misimovic den Glauben an das Weiterkommen endgültig verloren hatten. «Wir haben heute auch gegen ein sehr gutes Team gespielt. Wolfsburg wäre auch in der Premier League ganz weit oben dabei», lobte Ex- Nationalspieler Adams die Hausherren für deren couragierten Auftritt vor 21 015 begeisterten Zuschauern in der Volkswagen Arena.
Magaths Mannen bekamen sich nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte kaum ein. «Drei Siege aus den ersten drei Spielen sind einfach unglaublich. Jetzt ist in Mailand auch der Gruppensieg drin. Das ist fantastisch», befand Dzeko überschwänglich. «Ich glaube, wir haben uns das Erreichen der nächsten Runde wirklich verdient», meinte Gentner.
Der Bosnier Dzeko hatte sich zuvor überaus einsatzstark und angriffslustig präsentiert. Auch verbal, als er in der 74. Minute vergeblich versuchte, seinem Landsmann Misimovic die Ausführung eines an ihm verwirkten Foulelfmeters abzunehmen. Vergeblich. Misimovic trat an und traf nicht. «Er hat mich aus der Fassung gebracht», klagte der Fehlschütze augenzwinkernd. «Ich hätte ihn 'reingemacht», kritisierte der Gefoulte nicht wirklich ernsthaft. «Zwetschge darf wieder 'ran», bestimmte Magath nachsichtig.
dpa
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Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
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