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HSV weiter: Jarolim bedauert Slavia

Prag - Eine gute halbe Stunde nach dem 2:0-Erfolg bei Slavia Prag erschien David Jarolim im rot-weißen Trikot des Gegners. Auf dem Rücken prangte wahrheitsgemäß der Schriftzug Jarolim. Es war jedoch das Leibchen seines Cousins Marek.

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Es schien, als wollte sich der Hamburger Jarolim beim Prager Jarolim und vor allem bei Vater Karel, der den tschechischen Meister Slavia trainiert, mit dieser Geste entschuldigen. «Es tut mir leid, dass sie raus sind aus dem UEFA-Cup», sagte der Tscheche mit traurigem Blick, erinnerte sich dann jedoch seiner Rolle. «Aber ich bin Kapitän des HSV. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben.»

Drang zum Ball

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Joris Mathijsen (l) vom HSV und Tomas Necid von Slavia Prag drängeln zum Ball.

Gemeint war der Einzug der Hamburger in die Zwischenrunde des UEFA-Pokals, die wieder im K.o.-Modus ausgetragen wird. Der glanzlose Erfolg in Prag durch Tore von Ivica Olic (30.) und Mladen Petric (90.+3/Foulelfmeter) katapultierte die Hamburger gar an die Tabellenspitze der Gruppe F vor den ebenfalls qualifizierten Teams von Aston Villa und Ajax Amsterdam. «Jetzt wollen wir im letzten Spiel gegen Aston Villa den ersten Platz verteidigen», kündigte Abwehrspieler Joris Mathijsen an. Als Erster darf der HSV auf einen leichteren Rivalen in der Runde der letzten 32 hoffen.

David Jarolim hätte gern noch Abbitte geleistet im Hause Jarolim. «Ich werde mit dem Trainer sprechen, ob ich zu meiner Familie darf», sagte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler. Schließlich waren auch Mutter Jaroslava und Schwester Anett im Stadion und hätten mit Sohn und Bruder David daheim gern noch ein Wort gewechselt. Doch HSV-Trainer Martin Jol konnte dem Ansinnen nichts abgewinnen. «Es ist halb zwölf», prustete er mit ostentativem Blick auf die Uhr. «Was will er da zu Hause? Seine Schwester schläft bestimmt schon.»

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Dass sowohl der HSV als auch Slavia dem Publikum einen Langweiler, schlicht Fußball zum Frieren geboten hatten, betrübte Jol keineswegs. «Wären wir im Winter nicht in der nächsten Runde, wäre das eine katastrophale Situation für uns gewesen», entschuldigte der Niederländer die unattraktive Defensiv-Darbietung. Dem stimmte Sportchef Dietmar Beiersdorfer zu und berief sich auf den Zweck, der die Mittel heilige. «Das Ergebnis zählt. Es war kein Spektakel angesagt», meinte der Ex-Profi.

Eigentlich als leidenschaftlicher Anhänger der offensiven Spielweise nach Hamburg gekommen, nähert sich Jol mittlerweile der taktischen Ausrichtung seines Vorgängers Huub Stevens an. Der vertrat stets die Auffassung: Die Null muss stehen. Jol: «Es ist wichtig, dass wir keine Tore kassieren.» Nicht nur wegen der verstärkten Defensive musste Nationalspieler Piotr Trochowski erneut auf der Bank schmoren. «Wenn einer so kreativ ist, dann muss er mehr Einfluss nehmen, Akzente setzen. Das war zuletzt nicht so», begründete Jol dessen Verbannung.

dpa

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