Dienstag, 16. Dezember 2008 / 17:32 Uhr
Hamburg - Der Hamburger SV hat seine Pflicht im UEFA-Cup erfüllt, jetzt folgt das Schaulaufen. Gegen Aston Villa kämpft der Fußball-Bundesligist in der heimischen Nordbank-Arena um den Sieg in Gruppe F.
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HSV und Villa sowie das drittplatzierte Team von Ajax Amsterdam sind mit sechs Zählern punktgleich und haben den Sprung in die K.o.-Runde bereits geschafft. Jetzt geht es lediglich um die Platzierungen, wobei die Hanseaten als Tabellenführer das beste Torverhältnis haben. «Wir wollen einen wunderbaren Schlusspunkt unter das Jahr 2008 setzen», sagte HSV- Sportchef Dietmar Beiersdorfer, «wir haben die Verpflichtung, im letzten Spiel alles zu mobilisieren und reinzuhauen.»
Erster zu werden hat den (vermeintlichen) Vorteil, auf einen Gruppen-Dritten in der nächsten Runde zu treffen, während sich der Zweitplatzierte mit einem Champions-League-Absteiger plagen muss. «Ob das tatsächlich ein Vorteil ist, wissen wir nicht», sagte HSV-Trainer Martin Jol und lieferte die Begründung: «St. Petersburg hat sich in der letzten Saison auch nur als Dritter in die nächste Runde gerettet und am Ende den Pokal gewonnen.» Dennoch nehmen die Hamburger Platz eins ins Visier, denn ein Sieg gegen den Spitzenverein Aston Villa mehrt zumindest das Prestige. Zudem ist ein Vergleich mit einer englischen Mannschaft für Jol von besonderem Reiz. Immerhin hat der 52-jährige Niederländer drei Jahre als Trainer auf der Insel für Tottenham Hotspur gearbeitet, bevor er den HSV übernahm.
Von Jols Insider-Kenntnissen können die Hamburger bei ihrem Jahresausklang profitieren. «Aston ist eine Top-Mannschaft, sie ist fähig, die Champions League zu erreichen. Die sind zurzeit besser als Arsenal», behauptete Jol. Seit dem 9. November ist die Mannschaft in der englischen Liga ungeschlagen. Jol weiß aber auch, wie dem Tabellenvierten der Premier League beizukommen ist. Zwei Siege, vier Unentschieden und nur eine Niederlage stehen für den HSV-Trainer in seiner Zeit als Tottenham-Coach gegen die Birminghamer zu Buche.
Gut möglich jedoch, dass den Hamburgern weniger als befürchtet abverlangt wird. Die Engländer sind mit der zweiten Garnitur nach Hamburg gekommen. Schließlich ist ihnen eine Winterpause wie der deutschen Konkurrenz nicht vergönnt. Bis Jahresende muss die Mannschaft von Trainer Martin O'Neill noch drei schwere Punktspiele - darunter am zweiten Weihnachtstag gegen FC Arsenal - bestreiten. Bereits im UEFA-Cup-Heimspiel gegen MSK Zilina hatte O'Neill seinen B-Kader auf den Platz beordert und prompt einen Ohrfeige erhalten: 1:2. «Auch wenn man von einer B-Mannschaft spricht, das sind alles gute Spieler», sagte Jol, der um den Einsatz von David Jarolim (Knieprellung) bangt.
Die Leistungsträger, Stürmer Gariel Abgonlahor (22 Jahre/10 Tore) sowie die Mittelfeldspieler Ashley Young (23), James Milner (22) und Gareth Barry (27), hat O-Neill jedoch daheim gelassen. Sie verkörpern Englands neuen Fußball-Stolz. «Ich bin sehr zufrieden mit den Spielern von Aston Villa. Sie stellen die Zukunft dar - eine glänzende Zukunft», hatte Englands Nationaltrainer Fabio Capello vor wenigen Tagen gesagt.
Voraussichtliche Aufstellung:
Hamburger SV: Rost - Boateng, Reinhardt, Mathijsen, Aogo - Demel, Jarolim - Trochowski, Jansen - Petric, Olic
Aston Villa: Guzan - Reo-Coker, Knight, Cuellar, L. Young - C. Gardner, Salifou, Petrov, Osbourne - Delfouneso, Harewood
Schiedsrichter: Alexej Nikolajew (Russland)
dpa
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