Mittwoch, 17. Dezember 2008 / 12:52 Uhr
Stuttgart - Für Teamchef Markus Babbel ist es «das Spiel des Jahres», für Sportdirektor Horst Heldt «das Spiel der Spiele»: Beim Saisonhöhepunkt will der VfB Stuttgart im UEFA-Pokal-Gruppenfinale gegen Standard Lüttich mit einem Sieg den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen.
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Stuttgart will damit die positive Trendwende vor der Winterpause krönen. «Wir setzen alles daran, weiterzukommen. Nach der Gruppenphase geht es doch im Europacup erst richtig los», betonte Babbel und strich damit die besondere Bedeutung dieses «Endspiels» gegen den belgischen Fußball- Meister für sich und seine Mannschaft heraus.
Allerdings schätzt der seit seinem Amtsantritt als Veh-Nachfolger in vier Partien ungeschlagene Trainer-Novize des Bundesligisten den verlustpunktfreien Spitzenreiter der Gruppe C als «unheimlich schwierigen Gegner» ein. «Für mich ist Standard dasselbe Kaliber wie Bayern München. Wir müssen höllisch aufpassen. Das wird eine ganz schwere Kiste», warnte Babbel.
Nur ein Sieg garantiert den derzeit drittplatzierten Schwaben den Einzug in die Runde der letzten 32. Ob auch ein Punkt oder gar eine knappe Niederlage reicht, hängt von einer etwaigen Schützenhilfe des Gruppenzweiten FC Sevilla ab. Die Spanier treten zeitgleich bei Sampdoria Genua an, das nur wegen des schlechteren Torverhältnisses hinter den punktgleichen Stuttgartern steht. Die VfB-Verantwortlichen lassen sich ständig über den Zwischenstand der Parallel-Partie informieren, um ihre Strategie auch danach ausrichten zu können. «Wir betreiben kein Harakiri, falls ein Punkt reichen sollte», schloss Babbel ein unnötiges Risiko aus.
Primär will der Teamchef aber das Überwintern im Wettbewerb aus eigener Kraft schaffen. «Ich glaube, wir sind die bessere Mannschaft, wenn wir erneut das umsetzen, was wir in den letzten Wochen geleistet haben», sagte der 36-Jährige selbstbewusst. «Aber nur 70 oder 80 Prozent reichen nicht.» Der Bayer appellierte an seine Schützlinge, physisch und psychisch noch einmal alles zu geben, um sportlich für die vorweihnachtliche Bescherung zu sorgen. Er soll sein Geschenk, die Verlängerung des Vertrags als Chef ohne Trainerlizenz bis zum Saisonende, nach dem Abpfiff öffentlich «ausgehändigt» bekommen. «Am Abend geben wir Vertragsverlängerungen bekannt», sagte Heldt.
Der Manager richtet trotz der Enttäuschung über die endgültige Ablehnung einer Sonderregelung für Europameister Babbel à la Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann oder Matthias Sammer die volle Konzentration auf Lüttich. «Es wäre schön, wenn wir international überwintern würden», sagte Heldt. «Das wäre auch wirtschaftlich wichtig, aber in erster Linie zählt der sportliche Erfolg.»
Da bis auf Ludovic Magnin (Muskelfaserriss) alle Stammkräfte fit sein dürften - hinter dem Einsatz von Abwehrchef Matthieu Delpierre (Wadenprobleme) steht noch ein kleines Fragezeichen - sind personell beste Voraussetzungen für einen Erfolg gegeben. Torjäger Mario Gomez ist «wieder hundertprozentig fit», so Babbel. Um den zweiten Platz im Sturm kämpfen Ciprian Marica und Cacau. Für die linke Abwehrseite sind Christian Träsch und Arthur Boka die Kandidaten. Gut denkbar, dass Pavel Pardo, die Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld, wie zuletzt gegen die Bayern nur auf der Bank sitzen wird.
Den belgischen Tabellenzweiten und Titelträger charakterisierte Babbel als «unheimlich disziplinierte Mannschaft, die über sehr gute Individualisten verfügt». Standard schalte schnell von Defensive auf Offensive um. «Die bringen alles mit, was ein Spitzenteam braucht.»
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
VfB Stuttgart: Lehmann - Osorio, Tasci, Delpierre (Boulahrouz), Boka - Khedira, Hitzlsperger - Hilbert, Simak - Gomez, Marica (Cacau)
Standard Lüttich: Aragon Espinoza - Camozzato, Onyewu, Sarr, Benko - Witsel, Defour, Dalmat - de Camargo, Jovanovic, Mbokani Bezua
Schiedsrichter: Rasmussen (Dänemark)
dpa
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