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Wechselaspirant Olic mit jedem Tor nachdenklicher

Hamburg - Beim Hamburger SV läuten die Glocken zum Fest lieblicher denn je - nur einer gibt sich unwirsch. Nach dem 3:1 über Aston Villa und dem damit verbundenen Gruppensieg im UEFA-Cup sprintete Ivica Olic wortlos und mit finsterer Miene an Gratulanten und Fragestellern vorbei.

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Dabei hätten seine beiden Tore gegen den Tabellenvierten der englischen Premier League eigentlich pure Begeisterung beim Torjäger auslösen müssen. Doch weit gefehlt. Es scheint, je häufiger der vor dem Absprung zu Rekordmeister FC Bayern München stehende Stürmer trifft, desto nachdenklicher und melancholischer wird er.

Doppeldeutig

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Weiß derzeit nicht, ob er lachen oder weinen soll: HSV-Stürmer Ivica Olic.

Was er in Hamburg hat, weiß Olic. Was er München kriegt, nicht - sieht man vom Gehalt ab, das sich bei einem Wechsel im Sommer auf üppige vier Millionen Euro pro Jahr auftürmen soll. «Ivica ist ein kluger Bursche. Er muss wissen, ob er für ein paar Euro mehr anderswo auf der Bank sitzen will», befand Vereinschef Bernd Hoffmann und erklärte im Gehaltspoker mit dem 29-Jährigen das Ende der Fahnenstange für erreicht. «Ich glaube, er wird Verständnis haben, dass wir weder unser Gehaltsgefüge sprengen, noch die Bank von England ausrauben.» Sportchef Dietmar Beiersdorfer sprang dem Clubchef zur Seite: «An unserem Angebot wird sich nichts mehr ändern. Er muss jetzt eine Entscheidung treffen.» Die will Olic nach Weihnachten verkünden.

Und sollte er sich für die Bayern entscheiden, steht beim HSV auch der in München ein Reservistendasein fristende Nationalspieler Lukas Podolski auf der Liste möglicher Nachfolger. «Wenn Olic uns im Sommer verlassen sollte, ist doch klar, dass wir uns auch mit dem Namen Podolski beschäftigen werden», sagte Hoffmann dem Hamburger Abendblatt.

Aufgegeben hat Olics kongenialer Sturmpartner Mladen Petric die Hoffnung auf einen Verbleib seines Landsmannes beim HSV. «Wenn man seine Aussagen hört, glaubt man nicht mehr, dass er im Sommer noch hier ist», berichtete der Kroate, der sein 15. Saisontor nach fulminantem Solo trotz massiver Gegenwehr erzielte. Dass die Norddeutschen den in dieser Saison schon elfmal erfolgreichen und im Sommer ablösefreien Olic schon im Winter für ein geringes Schmerzensgeld ziehen lassen könnten, ist nicht zu erwarten. Schließlich soll der Tanz auf den drei Bühnen (Meisterschaft, UEFA-Cup, DFB-Pokal) erfolgreich fortgesetzt werden.

Hinter den Kulissen wird bereits der Stürmer-Markt sondiert. Mit einem Ergänzungsspieler wird sich Trainer Martin Jol jedoch nicht zufriedengeben. Der britischen Tageszeitung «The Guardian» erzählte der Niederländer, dass er Großes mit dem HSV vorhabe, um dann mit den Worten zitiert zu werden: «Ein oder zwei gute Spieler würden das Team richtig verstärken, und dann bleibe ich gerne länger. Wenn diese nicht kommen, würde ich aber über einen Wechsel nachdenken.»

Derzeit herrscht noch helle Freude über die kroatische Torfabrik beim HSV. «Die sind halt Knipser», meinte Jol. Auch Torhüter Frank Rost lobte Olic und Petric, formulierte aber den Team-Gedanken. «Die beiden stehen oben auf der Kommandobrücke, aber man darf die anderen nicht vergessen, die im Keller stehen und die Kohlen schippen.»

Mit Spannung schauen die Hamburger nach Nyon, wo die Runde der letzten 32 Teams im UEFA-Cup ausgelost wird. Einen Wunschgegner hat Jol nicht. «Aber als Gruppen-Erster sieht es natürlich besser aus», sagte der 52-Jährige. Die Feiertage will der Niederländer in seinem Haus in London verbringen. «Eine Pause über Weihnachten habe ich zum ersten Mal seit Jahren.» Vom Fußball kann er in dieser Zeit aber nicht lassen. «Vielleicht gucke ich mir ein Spiel von Southend United an. Das ist nicht schön, aber typisch englisch.»

dpa

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