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VfB-Erfolgsgarant Babbel: «Haben große Ziele»

Stuttgart - Ein dickes Lob an die Mannschaft für den Einzug in die K.o.-Runde des UEFA-Cups, ein herzliches Dankeschön ans Management für den Vertrauensbeweis - dann richtete Teamchef Markus Babbel den Blick nach vorne.

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«Wir haben noch große Ziele», sagte der neue Erfolgsgarant des VfB Stuttgart nach dem souveränen 3:0 (1:0)- Sieg gegen Spitzenreiter Standard Lüttich und das dadurch gesicherte Weiterkommen als Gruppenzweiter. Der zugeloste Champions- League-«Absteiger» und Titelverteidiger Zenit St. Petersburg als nächster Kontrahent schlug dem Fußball-Bundesligisten dann etwas auf den Magen. «Das ist ein absolutes Hammerlos», urteilte Sportdirektor Horst Heldt. Babbel stufte den VfB als «Außenseiter» ein.

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Markus Babbel (r) hat sich in kurzer Zeit den Respekt der Stuttgarter erarbeitet.

«Wir haben erst kleine Schritte gemacht. Es ist noch ein weiter Weg, den wollen wir aber so wie zuletzt beschreiten», umschrieb der Teamchef sein weiteres Programm nach dem vielversprechenden Hinrundenfinale. Heldt freute sich, dass nach nervenaufreibenden Wochen dank des Trainerwechsels wieder ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen ist: «Wir tanzen noch auf drei Hochzeiten. Ziel ist es, so lang wie möglich in allen Wettbewerben dabei zu sein.»

Einziger Wermutstropfen nach der vorweihnachtlichen Bescherung: die für die Schwaben unbefriedigende Ablehnung einer Ausnahmeregelung für Babbel à la Lothar Matthäus in der brisanten Fußballlehrer- Lizenzfrage. Dies trübte die Vorfreude auf die wohl verdiente Winterpause. «Das sind Fakten, an die wir uns halten müssen», sagte Heldt. Statt den erfolgreichen Veh-Nachfolger langfristig als Cheftrainer an sich binden zu können, durfte er nach dem Triumph am Donnerstagabend nur die längst feststehende Vertragsverlängerung mit Babbel als Teamchef bis zum Saisonende verkünden.

Auf juristische Schritte gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) verzichten die Stuttgarter wohlweislich, da ein eventueller Erfolg vor Gericht einem Pyrrhus-Sieg gleichkäme. Babbel soll auch nicht durch Trickserei über den 30. Juni 2009 hinaus verantwortlich bleiben, indem sein die nötige Lizenz besitzender Co Rainer Widmayer formal als Cheftrainer installiert würde. «Wir wollen keine Mogelpackung. Wir wollen klare Verhältnisse», versicherte Heldt. Zu Spekulationen über mögliche Kandidaten wollte er nichts sagen. Aber klar ist, dass dieses Reizthema beim Trainingsauftakt am 4. Januar gleich wieder auf den Tisch kommt.

Babbel bedankte sich auch in Widmayers Namen für die zwangsläufig begrenzte Vertragsverlängerung: «Es freut uns, dass wir weitermachen dürfen. Das heißt, dass Rainer und ich bis jetzt gute Arbeit geleistet haben.» Die Spieler brachen eine Lanze für ihren Teamchef auf Zeit und bedauerten, dass dieser keine Dauerlösung sei. Torhüter Jens Lehmann bekräftigte: «Wir haben einen guten Trainer, wir brauchen keinen neuen.» Der wie schon gegen Bayern München stark auftrumpfende Sami Khedira sagte: «Wir haben mit Babbel noch sehr viel vor.» Der U 21- Nationalspieler und Löw-Kandidat hatte mit seinem 1:0 (5. Minute) früh die Weichen auf Sieg gestellt. Roberto Hilbert (49.) und Ciprian Marica (72.) erzielten die anderen Treffer.

Das 3:0 war der krönende Abschluss für das unter Babbel seit fünf Begegnungen ungeschlagene Team nach einer unter Vorgänger Armin Veh zuletzt mit mehr Tiefen als Höhen verlaufenen Hinrunde. «Es bestand absoluter Handlungsbedarf», rechtfertigte Heldt zum x-ten Mal die ihm persönlich schwer gefallene Trennung vom einstigen Meister-Macher. «Am sinnvollsten war die interne Lösung.»

Babbel blies indes bereits zur Aufholjagd in der Bundesliga: «Ziel ist ganz klar die direkte Teilnahme am UEFA-Cup. Wir müssen hart und diszipliniert arbeiten, um den großen Rückstand aufholen zu können.» Zunächst will der ehrgeizige 36-Jährige aber beim ersten Auftritt nach der Winterpause mit einem Triumph im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen seinen Ex-Club Bayern München am 27. Januar für den nächsten Paukenschlag sorgen: «Wir wollen unbedingt weiterkommen.» Dies schwebt ihm auch im Februar gegen St. Petersburg vor. «Sie haben eine Mannschaft mit sehr, sehr viel Qualität und wir gehen als Außenseiter in diese Begegnung. Wir haben aber nichts zu verlieren.» Kapitän Thomas Hitzlsperger stöhnte: «Jetzt gehe ich erst mal in den Urlaub und werde dieses Los verdauen.»

dpa

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