Donnerstag, 19. Februar 2009 / 13:05 Uhr
Bremen - Bremens Taktgeber meldete sich schwungvoll zurück, doch Diego allein wird Werder nicht in den alten Erfolgs-Rhythmus versetzen können.
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Mit seinem Ausgleichstreffer gegen den UEFA-Cup- Topfavoriten AC Mailand zeigte der brasilianische Fußball-Künstler aber einmal mehr, dass er als Bremer Tor- und Erfolgsgarant nicht zu ersetzen ist. «Am Anfang waren die Chancen 50:50, jetzt sind sie 40:60, aber wir fahren nach Mailand, um dort zu gewinnen», sagte Diego nach dem verdienten 1:1 (0:1)-Heimremis, das Werder im Rückspiel am 26. Februar vor eine knifflige Aufgabe stellt.
Spätestens dann sollten seine Team-Kollegen ihre «Tor-Phobie» ablegen, wenn der Einzug ins Achtelfinale gelingen soll. Wie schon vier Tage zuvor gegen Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach überboten sich Hugo Almeida, Claudio Pizarro und Co. im Auslassen bester Chancen. Erst Diego (84. Minute) belohnte den Sturmlauf im zweiten Durchgang gegen das italienische Millionen- Ensemble. «Leider haben wir die Überlegenheit nicht in mehrere Tore umgemünzt», bemängelte Werder-Coach Thomas Schaaf, der sein Mittelfeld-Juwel Diego für «ein gutes Signal» lobte.
Es war bezeichnend, dass trotz fehlender Spielpraxis und einiger Anlaufschwierigkeiten Diego der überragende Werder-Akteur war. Auch wenn der 23-Jährige gegen Milan mit Geniestreichen geizte und sich noch «nicht hundertprozentig fit» fühlte, war er mit Abstand bester Bremer. Nach seiner Liga-Sperre liefen fast alle Angriffe über ihn, im Duell der brasilianischen Spielmacher stellte er den pomadigen Ronaldinho klar in den Schatten. «Wenn man drei Spiele nicht dabei war, kann man nicht sofort auf 100 sein, aber in der entscheidenden Situation war er da und hat das Tor gemacht», sagte Klaus Allofs, der nach dem verpatzten Rückrundenstart eine gewisse «Verunsicherung» ausgemacht hat: «Natürlich haben die letzten Wochen auch am Selbstvertrauen genagt.»
Trotz Diegos später Tor-Belohnung verhehlte der Werder-Manager nicht, dass er mit dem Unentschieden «nicht ganz zufrieden» war: «Man hätte diesen AC Mailand sicher schlagen können.» Doch ein fataler Fehlpass von Clemens Fritz («Ein katastrophaler Fehler») ermöglichte Mailands «Schlitzohr» Filippo Inzaghi (36. Minute) den 66. Europacup- Treffer, mit dem der Routinier seinen Rekord ausbaute. Nach der «Inzaghi-Show» («Tuttosport») haben die abgezockten Milanisti nun die besseren Karten - und können im Rückspiel auch wieder auf ihre Trümpfe Kaka und David Beckham setzen, der in Bremen erst kurz vor Abpfiff ins Spiel kam. «Im Rückspiel wird er 90 Minuten mitmachen», kündigte Milan-Coach Carlo Ancelotti an.
Im Giuseppe-Meazza-Stadion sollten die Werderaner ihre Abhängigkeit von Diego minimieren, wenn der Überraschungscoup gelingen soll. Denn sonst könnte schon früh eine titellose Saison feststehen. In der Liga sind die erfolgsverwöhnten Hanseaten auf den zehnten Tabellenrang abgesackt und können sich die erneute Champions- League-Teilnahme wohl abschminken, und im DFB-Pokal steht am 4. März die Reise zum heimstarken Nordrivalen VfL Wolfsburg auf dem Programm.
Nationalverteidiger Per Mertesacker ist zuversichtlich, dass Werder mit einem Liga-Sieg am Samstag in Cottbus die richtige «Verfassung» findet. Fünf Tage später beim Wiedersehen mit den Italienern soll dann nicht nur Diego glänzen. «Wir müssen nicht ohne Hoffnung nach Mailand reisen. Aber wir müssen uns steigern», forderte Allofs.
dpa
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