Mittwoch, 25. Februar 2009 / 17:06 Uhr
Hamburg - Vor seinem 100. UEFA-Cup-Spiel gibt sich der zielstrebige Hamburger SV cool und lässt sich weder durch Verletzungssorgen noch durch eine kleine Boxeinlage vom Achtelfinal-Kurs abbringen.
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Mit dem 3:0-Hinspielerfolg beim NEC Nijmegen im Rücken sieht Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer das Handgemenge zwischen Jerome Boateng und Albert Streit zwei Tage vor dem Heimspiel ganz gelassen: «Es gehört dazu, dass man ab und zu zusammenkracht. Es zeigt, dass alle heiß sind.» Der am Dienstag suspendierte Boateng musste am Mittwoch wegen Leistenschmerzen kürzertreten. Gar nicht mit von der Partie werden Piotr Trochowski (Magen-Darm-Virus) und Guy Demel (Oberschenkelprobleme) sein.
4500 niederländische Fußball-Fans wollen rund um die Begegnung die Reeperbahn auf den Kopf stellen; die Hamburger Polizei will mit mehreren Hundertschaften mögliche Ausschreitungen im Keim ersticken. In der wahrscheinlich nur halb gefüllten Nordbank-Arena werden die Gäste strikt getrennt von den HSV-Anhängern, die UEFA schickt extra einen Sicherheitsbeauftragten. Zwar sind die NEC-Fans lange nicht so aggressiv wie die bekannten Ajax-Anhänger, die im vergangenen Herbst auf dem Hamburger Kiez randalierten. Der Feuerzeug-Wurf im Goffertstadion vor Wochenfrist auf den slowenischen Schiedsrichter zeigt aber die Unberechenbarkeit der NRC-Anhänger.
Sportlich nimmt NEC-Coach Mario Been die aussichtslos erscheinende Aufgabe durchaus ernst: Nach dem 2:0 beim FC Utrecht reiste der Tross sogar einen Tag früher in die Hansestadt. «Es wird schon verdammt schwer werden, die nächste Runde zu erreichen. Natürlich ist das noch unser Ziel, aber wir müssen auch realistisch sein. Wir wollen zeigen, dass wir zu Recht in der Runde der letzten 32 stehen und in Europa nicht fehl am Platze sind», sagte Been, der den am Rücken verletzten Jhonny van Beukering durch Joël Tshibamba ersetzen muss.
«Aus Holland habe ich gehört, dass sie als Helden zurückkommen sollen», erzählte HSV-Coach Martin Jol am Mittwoch, «ich weiß nicht, was sie sich vorstellen.» Er will die Pflichtaufgabe «professionell» angehen und wird höchstens zwei bis drei neue Spieler aufbieten. Der Venezolaner Tomas Rincon könnte im defensiven Mittelfeld zu seinem ersten Einsatz im HSV-Dress kommen.
Der Däne Michael Gravgaard ist hart im Nehmen und wird wegen eines gebrochenen Fingers mit Spezialschiene auflaufen. Im Sturm hat Jol mit dem Kroaten-Duo Mladen Petric und Ivica Olic sowie dem formstarken Paolo Guerrero die Qual der Wahl. Im Achtelfinale würden die Hanseaten am 12. daheim und am 18./19. März auf Girondins Bordeaux oder Galatasaray Istanbul treffen, die sich in Frankreich torlos getrennt hatten.
Voraussichtliche Aufstellungen:
Hamburger SV: Rost - Benjamin, Gravgaard, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Rincon - Petroipa, Jansen - Petric, Guerrero
NEC Nijmegen: Babos - Koenders, Pothuizen, Zomer, El-Akchaoui - Sibum, Schöne, Radomski, Davids - Tshibamba, Ntibazonkiza
Schiedsrichter: Chapron (Frankreich)
dpa
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