Mittwoch, 11. März 2009 / 17:35 Uhr
Bremen - Der beste Stürmer unter Verdacht, der Clubchef außer Dienst und in der Bundesliga graues Mittelmaß: Im UEFA-Cup- Achtelfinale gegen St. Etienne kann Werder Bremen dem trüben Alltag kurz entfliehen und seinem Ruf als Pokalspezialist gerecht werden.
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Im Hinspiel wollen die Bremer im Weserstadion den ersten Schritt in die Runde der letzten acht machen und sich dabei von den Unruhen im Umfeld nicht stören lassen. «Das interessiert die Spieler schon, aber das sind keine Dinge, die sie belasten», sagte Manager Klaus Allofs. «Das gab es ja schon öfter in der Vergangenheit, dass solche Situationen hohe Wellen geschlagen haben», intern aber kein Problem gewesen seien.
Personell hat sich die Lage bei den Bremern entspannt, bis auf Jung-Nationalspieler Mesut Özil sind alle Spieler wieder einsatzbereit, auch der Anfang der Woche an einer Erkältung leidende Claudio Pizarro gab Entwarnung: «Mir geht es schon viel besser. Gegen St. Etienne kann ich spielen.» Der Top-Torjäger der Bremer, der schon 19 Pflichtspiel-Treffer erzielt hat, sorgt indes ebenso für Schlagzeilen wie Clubchef Jürgen Born, der wegen des Verdachts der Untreue seine Ämter ruhen lässt. Die Ermittlungen gegen seinen Geschäftspartner und Berater Delgado lassen Pizarro nach eigener Aussage ebenso kalt wie der Vorwurf, als Spielervermittler tätig zu sein. «Ich bin mir sicher, dass ich nichts falsch gemacht habe», sagte Pizarro: «Deshalb mache ich mir auch keine Sorgen.»
Völlig abschütteln kann er das Problem aber nicht. «Direkt belastet mich die Geschichte zwar nicht, aber es belastet mich, dass meine Freunde in Peru unter der Berichterstattung leiden müssen», erklärte der Stürmer. «Es ist natürlich klar, dass wir das verfolgen, aber es beschäftigt uns nicht», sagte Trainer Thomas Schaaf. Und zumindest Per Mertesacker bestätigte: «In der Mannschaft wird nicht groß darüber gesprochen. Dadurch werden wir nicht belastet.»
Trotz der Probleme in der Bundesliga gilt Werder gegen den 17. der französischen Ligue 1 als Favorit. Allofs warnte jedoch. «Das ist eine Mannschaft, die - und das ist eine Parallele zu uns - in der Liga schlechter dasteht, als sie in Wirklichkeit ist», sagte der Werder-Manager, der für Born derzeit den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen hat. «Dass das keine leichte Aufgabe wird, sieht man ja daran, dass sie Piräus zweimal geschlagen haben», mahnte Allofs mit Verweis auf die 3:1- und 2:1-Siege gegen Olympiakos. «St. Etienne hat sehr viele talentierte Spieler», sagte der ehemalige Frankreich-Profi zu den Ergebnissen der Spielbeobachtungen.
Personell scheint Trainer Thomas Schaaf gegen St. Etienne fast freie Wahl zu haben, da Pizarro ebenso wie Clemens Fritz und Torsten Frings schon zwei Tage vor der Partie ins Mannschafts-Training eingestiegen waren. Verzichten muss er aber auf Özil. Der Mittelfeldspieler, der schon am Samstag in Hoffenheim gefehlt hatte, konnte wegen einer Kapselverletzung am Knie nicht trainieren. «Wir hatten Hoffnung bis zuletzt», sagte Schaaf und berichtete, dass Özils Beschwerden nach einem Belastungstest wieder aufgetaucht seien.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Werder Bremen: Wiese - Fritz (Boenisch), Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings - Jensen, Tziolis (Özil) - Diego - Pizarro, Almeida
AS St. Etienne: Janot - Varrault, Sauget, Bayal, Dabo - Mirallas, Matuidi, Dernis, Payet - Paulo Machado, Ilan
Schiedsrichter: Terje Hauge (Norwegen)
dpa
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