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Ukrainisches Trio sorgt für Aufsehen im UEFA-Cup

Kiew - Die Kosaken kommen: Angetrieben von den Investitionen milliardenschwerer Besitzer sorgt ein ukrainisches Trio im UEFA-Cup-Achtelfinale für Aufsehen.

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Mit Dynamo Kiew, Schachtjor Donezk und Metalist Charkow stehen erstmals drei Clubs aus dem Land des kommenden EM-Gastgebers in der Runde der besten 16 des europäischen Vereinsfußball-Wettbewerbs. Einzig Frankreich stellt ebenfalls drei Vertreter, während kein spanisches und jeweils nur ein Team aus England und Italien das Achtelfinale erreicht haben.

Metalist Charkow wird von Aleksander Jaroslawski finanziert, einem Bau- und Banken-Milliardär, der Fußball auf höchstem Niveau im industriell-geschwächten Nordosten der Ukraine ansiedeln will. Trainer Miron Markewitsch ist ein Vertreter der alten Schule, der auf eine erfahrene Verteidigung schwört. Die Form von Metalist im UEFA-Cup ist beeindruckend: Von acht Partien gewann Charkow sechs. Die Defensive stellte mit nur zwei Gegentoren den Cup-Rekord ein und ließ bereits Besiktas Istanbul, Olympiakos Piräus und Sampdoria Genua verzweifeln. Auch Hertha BSC kam im eiskalten «Hexenkessel» von Charkow nicht über ein 0:0 hinaus.

Im Gegensatz zu Metalist setzt Schachtjor Donezk komplett auf Attacke. Kein Wunder - ist doch Besitzer Rinat Achmetow, reichster Bürger der Ukraine, ein Verfechter von modernem und attraktivem Fußball. Koste es, was es wolle. Der rumänische Trainer Mircea Lucescu darf eine internationale Auswahl um sich versammeln. Das brasilianische Mittelfeld-Trio Jadson, Fernandinho und Willian hat einen geschätzten Wert von 30 Millionen Euro und soll angeführt vom Kroaten Darijo Srna auch im Achtelfinale gegen ZSKA Moskau glänzen.

Der Besitzer von Dynamo Kiew, Grigoriy Surkis, hat sein Vermögen mit Energie-Geschäften gemacht und erkaufte sich 1994 die Kontrolle über den berühmtesten Verein der früheren Sowjetunion. Seitdem hat Surkis bei Dynamo massiv investiert, damit der Club wieder an die goldenen Zeiten der 1970er und 1980er anknüpfen kann. Millionen flossen in die Infrastruktur, dabei entstand neben anderen Projekten das größte Jugendfußball-Programm in Osteuropa.

Die Schule von Dynamo, aus der früher bereits Oleg Blochin und Andrej Schewtschenko hervorgingen, wirft Dividende ab. Eigengewächse sind das Rückgrat von Dynamo. Der kraftvolle Stürmer Artem Milewski, der wieselflinke Mittelfeldspieler Aleksander Aliew und der robuste Verteidiger Taras Mihailik stammen aus der Kaderschmiede. Aber Surkis spendierte mit dem russischen Cheftrainer Juri Sjomin auch Fachwissen aus der Fremde. Zu den herausragenden ausländischen Spielern gehören die Franzosen Ismael Bangoura und Pape Diakhaté.

Die Sportmedien in der Ukraine haben bislang Spekulationen über einen möglichen Pokalgewinn vermieden. Da aber Metalist Charkow und Dynamo Kiew in der Runde der letzten 16 aufeinandertreffen, ist zum ersten Mal ein Viertelfinalist aus der Ukraine garantiert. «Es ist keine Frage, dass sich die Qualität in der ukrainischen Liga verbessert», sagte Dynamo-Trainer Sjomin. «Jetzt müssen wir abwarten, wie weit wir kommen können.»

dpa

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