Montag, 16. März 2009 / 17:30 Uhr
Hamburg - Der Hamburger SV muss seinen Tanz auf drei Hochzeiten teuer bezahlen. Zwar reichten 45 Minuten Tempofußball zum 2:0 gegen den technisch dürftigen Abstiegskandidaten Energie Cottbus, zu den vielen Verletzten gesellten sich jedoch Mladen Petric und Piotr Trochowski.
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Der Top-Torjäger kann wegen eines Muskelfaserrisses weder im UEFA-Pokal-Rückspiel bei Galatasaray Istanbul noch bei Schalke 04 mitwirken, ob Trochowski trotz einer Innenbanddehnung im Knie dabei sein kann, ist fraglich. «Ein bitterer Zeitpunkt, wir haben zwei schwere Spiele diese Woche, erst danach können sich alle erholen in der Nationalmannschaftspause», sagte der Kroate. HSV-Coach Martin Jol meinte: «Wir haben diese Probleme seit Wochen, aber der Ausfall von Mladen ist ein herber Schlag.»
In seinem 50. Bundesligaspiel bekam Petric einen Schlag auf den rechten Oberschenkel und konnte in der 29. Minute nur noch in die Kabine humpeln. «Vor sieben Jahren hatte ich eine ähnliche Verletzung, ich werde wohl zwei bis drei Wochen ausfallen», sagte der Ex-Dortmunder, der seit seinem Wechsel im Sommer in 33 Pflichtspielen 18 Mal für die Hanseaten getroffen hat.
Gegen den 17-maligen türkischen Meister Galatasaray Istanbul, der bei Ligakonkurrent Trabzonspor mit dem 2:2 eine gute Generalprobe ablieferte, hat der HSV im Angriff nur noch Paolo Guerrero und Ivica Olic zur Verfügung. Auch der schnelle Konterstürmer trug bei seinem Führungstreffer (32.) eine Blessur davon, als ihm ein Cottbuser Gegenspieler mit dem Knie in den Magen traf. «Es tut noch etwas weh, aber gegen Istanbul bin ich wieder fit», sagte Olic, nachdem er seine Magengrube mit Eis gekühlt hatte.
Ganz besonders heiß auf das Hammer-Programm der nächsten Wochen ist Nationalspieler Trochowski, der mit seinem Zucker-Freistoß (39.) die passende Antwort auf seine Verbannung gab. «Pause kann ich in ein paar Monaten machen, wenn wir Urlaub haben. Der Trainer hat mir nicht gesagt, warum ich nicht spiele», sagte Trochowski, der nach einer halben Stunde für Petric kam und den zehnten Heimsieg der Saison perfekt machte. Doch auch er ist angeschlagen. «Der Einsatz von Piotr in Istanbul ist fraglich», sagte der Mannschaftsarzt Oliver Dierk nach der Kernspintomographie am Montag.
«Dieser Erfolg gibt uns Selbstbewusstsein für Istanbul», meinte Marcell Jansen. Im UEFA-Pokal muss Jol, der in der Hereinnahme von Albert Streit und Mickael Tavares ein gutes Händchen bewies, erneut umbauen. Beide Winterzugänge sind international nicht mehr spielberechtigt. Besonders gravierend sind die Probleme in der Defensive, die schon beim 1:1 im Hinspiel völlig unsortiert war. Unklar ist, ob der an der Leiste verletzte Michael Gravgaard in die Türkei mitreisen kann.
Fast ausschließlich auf die Heimstärke setzt Energie-Trainer Bojan Prasnikar, der mit den Lausitzern erstmals seit dem 18. Spieltag auf einem Abstiegsrang steht: «Von den nächsten zehn Partien spielen wir sechsmal zu Hause, da gibt es keine Ausreden mehr.»
dpa
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Gerhard Delling: Wenn man ihn jetzt ins kalte Wasser schmeißt, könnte er sich die Finger verbrennen.
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