Dienstag, 17. März 2009 / 18:30 Uhr
Bremen - Verliert Werder Bremens UEFA-Cup-Gegner tatsächlich freiwillig - oder benutzt der Trainer nur einen Psycho-Trick? St. Etiennes Coach Alain Perrin hat die Hanseaten vor dem Rückspiel mit der Aussage verwirrt, er wolle das Viertelfinale gar nicht erreichen, denn es sei «lästig».
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Doch Klaus Allofs nimmt das nicht ernst. «Die werden nicht den Schalter umlegen und nicht sagen, dass sie jetzt verlieren wollen», sagte der Bremer Clubchef. Und Trainer Thomas Schaaf sagte: «Bei allen Äußerungen, die er macht, ich glaube, dass er erfolgreich sein will.»
Werder-Trainer Schaaf gibt nach dem Schlußpfiff Trainer Perrin (r) von St. Etienne die Hand.
Die Bremer Verantwortlichen wollen dafür sorgen, dass ihre Profis Perrins Worten keine Bedeutung beimessen und trotz des 1:0-Siegs im Hinspiel voll konzentriert zur Sache gehen. «Das wird trotz der Aussagen von Perrin kein Spaziergang», betonte Allofs: «Wir werden unsere Spieler darauf vorbereiten. Sie dürfen sich nicht zu sicher fühlen.» Ähnlich sieht es Nationalspieler Torsten Frings: «Die Ausgangslage ist gut. Aber es wird ein hartes Stück Arbeit.»
«Der UEFA-Cup ist eine lästige Aufgabe. Wir werden im Spiel gegen Werder gar nicht versuchen, die nächste Runde zu erreichen», wurde er in der Fachzeitung «L'Équipe» zitiert. Der europäische Wettbewerb störe im Abstiegskampf, klagte der Coach des Drittletzten der französischen Liga nach der Niederlage in Grenoble. Er legte sogar nach: «Der Europapokal bringt einige Nachteile», sagte Perrin mit Verweis auf vier im UEFA-Cup verletzte Spieler. «Wir können keine Spieler mehr verlieren. Wir können es uns nicht erlauben, Risiken einzugehen gegen Bremen.»
Trainer Thomas Schaaf kommentierte: «Ich glaube, dass keine Mannschaft antritt, um so ein Spiel herzuschenken.» Er kündigte an: «Wir werden wach sein und uns nicht ablenken lassen.» In St. Etienne will Werder den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzen. Der Club blieb zuletzt in internationalen Spielen fünfmal in Serie unbesiegt und überzeugte in der Liga mit einer Gala-Vorstellung beim 4:0 über den VfB Stuttgart. «Ich glaube schon, dass es jetzt aufwärts geht», meinte Frings: «Der Trend geht nach oben.»
In der französischen Industrie-Stadt müssen sich die Werder-Profis jedoch auf 30 000 enthusiastische Zuschauer einstellen. «Wir wissen, was uns da erwartet», sagte Allofs. «Das ist ein Hexenkessel, da ist es schöner, wenn man ein Polster hat.» Obwohl schon ein Unentschieden reichen würde, wollen sich die Bremer «nicht hinten reinstellen», so Allofs: «Wir wissen, dass wir unsere Chance im Spiel nach vorne suchen müssen.»
Immerhin kann Schaaf seine Stamm-Innenverteidigung einsetzen. Nationalspieler Mertesacker ist nach einer Grippe wieder fit und kann neben Naldo spielen, der in der Bundesliga noch gesperrt ist. Da aber Fritz und Pasanen ausfallen, muss der Coach auf den Außenverteidiger- Positionen umbauen und wird wahrscheinlich Innenverteidiger Sebastian Prödl rechts aufstellen. Genug Auswahl hat der Coach im Mittelfeld, obwohl Kapitän Frank Baumann gesperrt und Daniel Jensen verletzt ist.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
AS St. Etienne: Janot - Varrault, Bayal, Tavlaridis, Sauget - Machado, Hautcoeur - Mirallas, Dernis - Gomis, Grax
Werder Bremen: Wiese - Prödl, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Tziolis, Özil - Diego - Pizarro, Rosenberg
Schiedsrichter: Tudor (Rumänien)
dpa
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