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28 Amateurclubs träumen im DFB-Pokal vom Coup

Düsseldorf - Stadion an der Kirmeswiese in Neuwied, Stadion Sonnenblume in Velbert, Mindelstadion in Thannhausen - die große Show auf kleiner Bühne sorgt in der Fußball-Provinz für Rampenlicht.

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Ähnlich wie die deutsche Nationalmannschaft beim 13:0-Kantersieg gegen San Marino streben die «Großen» in der 1. Runde des DFB-Pokals einen standesgemäßen Sieg an. Doch der vermeintlich leichte Spaziergang gegen unterklassige Teams birgt Risiken. Ein unerwarteter Knockout schadet dem Image, verärgert Sponsoren, kostet Geld und könnte unliebsame sportliche Folgen haben.

DFB-Pokal

Im April gewann der Bayern München das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt.

Deshalb haben sich die Favoriten mit gebotener Professionalität auf das erste Pokal-Wochenende der Saison eingestimmt. «Die Vorbereitung verläuft wie bei einem Bundesligaspiel», sagte Bert van Marwijk, der den Fünftligisten TSG Thannhausen immerhin drei Mal beobachten ließ. Nicht nur der Trainer von Borussia Dortmund weiß: In keinem Wettbewerb ist der Weg in das internationale Geschäft kürzer. Die mögliche UEFA-Cup-Qualifikation über den DFB-Pokal ist ein Grund dafür, warum im Profi-Lager mittlerweile niemand mehr von einer unliebsamen Zusatzbelastung mit geringem Unterhaltungswert spricht.

Insgesamt 28 Amateurvereine dürfen auf einen Coup hoffen. Das große Los hat der FC St. Pauli gezogen: Vor dem Duell gegen Titelverteidiger Bayern München erinnert rund um das Millerntor viel an die Euphorie der vorigen Saison, als der Nord-Regionalligist mit Siegen über Hertha und Bremen für Schlagzeilen sorgte. Das ungleiche, aber ungebrochen reizvolle Duell mit dem einstigen Bundesligisten wollen die Bayern als Einstimmung auf den Champions-League-Start gegen Spartak Moskau nutzen: «Das wird eine interessante Partie. Pauli wird uns kämpferisch alles abverlangen», warnte Bayern-Coach Felix Magath, der auf den gesperrten Oliver Kahn verzichten muss.

Ungleich größer ist die Vorfreude bei den «Fußball-Zwergen» in Thannhausen (BVB), Bremerhaven (Wolfsburg) oder Roßbach/Wied (Mönchengladbach). «Ein Traumlos. Das ist der absolute Höhepunkt in der 38-jährigen Vereinsgeschichte», schwärmte Jürgen Becker, Vorsitzender des fünftklassigen Clubs SV Roßbach/Wied, vor dem Duell mit dem Altmeister aus Mönchengladbach. Weil der Dorfsportplatz in der 1600 Einwohner zählenden Gemeinde nicht ausreicht, weicht der Verein nach Neuwied in das Professor-Hüppe-Stadion aus, im Volksmund Stadion an der Kirmeswiese genannt.

Doch auch ohne Umzug sind die logistischen Herausforderungen für die Amateurclubs gewaltig: Der Strom für die Medienvertreter und Kamerateams beim Duell des Viertligisten Westfalia Herne gegen den Zweitliga-Club Erzgebirge Aue im altehrwürdigen «Stadion am Schloss Strünkede» kommt vom Technischen Hilfswerk. Im Thannhausener Mindelstadion, wo ansonsten durchschnittlich 300 Zuschauer die Spiele der Turn- und Sportgemeinschaft verfolgen, wurden für 90 000 Euro Zusatztribünen installiert. Die Rekord-Kulisse von 11 000 Fans soll den Schwaben in der Partie gegen Dortmund Flügel verleihen: «Wir schlagen Dortmund im Elfmeterschießen», tönte Torhüter Sebastian Steidle.

Viele Bundesliga-Profis würden sich die Reise in die Fußball- Provinz liebend gern ersparen, doch für einige ihrer Kollegen kommt sie gerade recht. Sie wollen die Chance nutzen, um sich für einen Stammplatz in der Bundesliga-Elf zu empfehlen. So soll Nationalspieler Gerald Asamoah gegen Hansa Rostock II zum ersten Mal in dieser Saison zur Startformation des FC Schalke 04 gehören. Seine Bremer Leidensgenossen Patrick Owomoyela und Christian Schulz wünschen sich Ähnliches beim Spiel in Pirmasens. «Das sind solche Spiele, in denen man ein bisschen hoffen darf», sagte der zurzeit nicht nur in der Nationalmannschaft ausgemusterte Owomoyela.

dpa

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