Donnerstag, 9. April 2009 / 10:33 Uhr
Bremen - Seine Heimat ist Brasilien, sein Zuhause ist mittlerweile Bremen. Fußball-Profi Ronaldo Aparecido Rodrigues - kurz Naldo - hat an der Weser mehr als nur einen Koffer abgestellt.
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«Mein Haus steht in Bremen», versichert der 26 Jahre alte Abwehrchef des UEFA-Cup-Viertelfinalisten glaubwürdig und liefert die Begründung gleich hinterher: «Werder hat mich in die Bundesliga geholt, hier bin ich Nationalspieler geworden, ich bin sehr glücklich hier.»
Das sieht man dem «deutschen» Brasilianer, der an den Menschen seiner Wahlheimat, deren Kultur, ihre Lebensweise und den Respekt voreinander schätzt, an. Familie Naldo mit Mama Carla, die im Mai ihr zweites Kind erwartet, und dem dreijährigen Sohn Naldinho hat sich prima eingelebt und selbst mit dem für Südamerikaner gewöhnungsbedürftigen Bremer Schmuddelwetter keine Probleme. «Ich fühle mich auch im Winter sehr wohl in Bremen. Es ist einfach schön, beides zu erleben - die kalte Jahreszeit und auch die Sonne», meint der schlaksige Abwehrrecke.
Nur mit der Sprache, da hapert es noch. Möchte meinen, wer den stets fröhlich wirkenden Fußball-Profi in der Öffentlichkeit erlebt. Aber das ist eher seiner Zurückhaltung zuzuschreiben: «Wenn ich allein bin, spreche ich aber auch sehr gut deutsch.» Wenn auch nicht ganz so gut wie Naldinho, der die Sprache seiner Wahlheimat spielend leicht in einem Bremer Kindergarten gelernt hat.
Von dieser Leichtigkeit ist Vater Naldo momentan wie alle seine Werder-Kollegen momentan ein ganzes Stück entfernt. «Wir haben uns mehr erwartet, aber Konstanz fehlt», gesteht er ein und setzt im Saison-Schlussspurt voll auf die Karte Pokal: «Wenn wir einen Titel gewinnen, ist es am Ende doch noch eine positive Saison.» Eine Trophäe würde ihn auch bei Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga nachhaltiger ins Gespräch bringen, der den Bremer in den vergangenen Wochen und Monaten etwas aus den Augen verloren hat.
Sehr zum Leidwesen des 1,98 Meter großen Abwehrrecken. Das Thema «Seleção» bleibt für ihn aber «heiß» wie auch der Traum von der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Abgestellt von Werder Bremen. «Von mir aus werde ich meinen Vertrag bis 2012 erfüllen», versprach der Profi, der in der Bundesliga bislang 118 mal für «Grün-Weiß» gekickt hat. Nach der Karriere will Familie Naldo in ihre Heimat zurückkehren und doch mehr als einen Koffer zurücklassen: «Ich möchte dann weiterhin ein Haus in Deutschland haben, um den Kontakt nicht abreißen zu lassen.»
dpa
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