Mittwoch, 13. September 2006 / 16:20 Uhr
Berlin - Hertha BSC hat sich durch den UI-Cup und die Qualifikation gequält, doch Feststimmung will in Berlin vor dem ersten echten UEFA-Cup-Spiel gegen Odense BK einfach nicht aufkommen.
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Während beim Liga-Kontrahenten Schalke 04 zum internationalen Start die «Hütte» voll sein wird, ignorieren die meisten Hauptstadt-Fans die europäische Bühne. Und das trotz des gelungenen Saisonstarts ihrer Hertha, die in der Fußball-Bundesliga noch ungeschlagen ist. «Wir haben lange für den UEFA-Pokal gekämpft. Jetzt brauchen wir auch die Atmosphäre», appellierte Trainer Falko Götz an das Publikum. Doch gerade einmal 11 000 der 76 000 Tickets sind für die Partie abgesetzt.
Hertha-Coach Falko Götz hofft auf einen Erfolg gegen Odense.
Hertha spürt in der Millionenstadt Berlin, in der auf allen Gebieten viel Erstklassiges angeboten wird, besonders den Fluch der «Zweitklassigkeit», die dem UEFA-Cup immer mehr anlastet. Während die Champions League für die teilnehmenden Clubs zur Goldader wird, gibt es eine Klasse tiefer nur Peanuts zu verdienen. Der Einzug in die Gruppenphase nach dem Rückspiel in Odense (28. September) würde Hertha gerade einmal eine Startprämie von 70 000 Euro einbringen. In der Königsklasse bekommt jeder Club 4,4, Millionen Euro Startgeld. Im UEFA-Cup werden von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) 40 000 Euro ausgeschüttet (20 000 für Remis), in der Champions League 600 000 Euro (300 000).
Hoeneß fordert angesichts dieser riesigen Unterschiede eine Umgestaltung der «2. europäischen Liga»: Es bestehe die zwingende Notwendigkeit, etwas zu tun. «Die UEFA hat die Aufgabe, den UEFA-Cup neu zu positionieren», erklärte der Hertha-Manager. Zu viele Spiele gegen unattraktive Gegner, kaum Resonanz bei den TV-Konsumenten - für Hoeneß alles Gründe, um sogar wieder eine «Vorqualifikation» zu beanspruchen.
Finanziell attraktiv wird der Wettbewerb derzeit erst ab den Viertel- (300 000 Euro Prämie) und Halbfinale (600 000 Euro). Je 1,5 Millionen erhalten die Finalisten, 2,5 Millionen Euro darf sich der UEFA-Cup-Sieger einstecken. Bis dahin allerdings ist es noch ein langer Weg für die Berliner. «Odense ist ein Traditionsverein, den man kennt. Da weiß jeder Spieler genau, dass er die richtige Einstellung braucht», betonte Chefcoach Götz, der sich nur um das Sportliche kümmern will: «Ich habe den Pokal schon als Spieler gewonnen. Für mich bleibt er attraktiv.»
Verzichten muss der Trainer in der ersten Partie gegen den schon 1887 gegründete Odense «Boldklub», der immerhin Ajax Amsterdam am Sprung in die Champions League gehindert hatte und der in der dänischen Liga auswärts noch unbezwungen ist, höchstwahrscheinlich auf den ungarischen Nationalspieler Pal Dardai (Oberschenkel-Prellung). Zudem sind Yildiray Bastürk, Marko Pantelic und Kevin Boateng noch angeschlagen.
dpa
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