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Schampus statt Käse: Alkmaar feiert seine Sieger

Alkmaar - Als Käsemetropole ist Alkmaar weltberühmt. Doch wo sonst weiß gekleidete Käseträger und Hunderte riesige Käseräder Touristen aus aller Welt erfreuen, waren jetzt Champagner und Feuerwerk angesagt:

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Auf dem Waagplein feierten Fans noch bis Montagmorgen den in neuem Glanz erstrahlten zweiten großen Stolz der alten Grachtenstadt - den AZ Alkmaar, der nun nach fast drei Jahrzehnten zum zweiten Mal Fußball-Meister der Niederlande ist. Damit war am Sonntag eine Fußball-Sensation wahr geworden, die sich jedoch seit Wochen abgezeichnet hatte. Drei Spieltage vor Saisonende konnte sich der AZA seines Erfolges so sicher sein, dass er neue rot- weiße Trikots nähen ließ - Aufschrift: «Landskampioen 2008/2009».

Meisterfeier

Foto: dpa Bild vergrößern

Louis van Gaal (r) Manager vom AZ Alkmaar, und Club-Präsident Dirk Scheringa lassen den Korken knallen.

28 Spiele in Serie blieb das Team von Trainer Louis van Gaal ungeschlagen. Erst zum vierten Mal in der 53-jährigen Geschichte der Ehrendivision wurde wieder ein anderer Club als Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven oder Feyenoord Rotterdam Meister. Nach dem Titelgewinn 1981 und einer langen Durststrecke steht Alkmaar wieder ganz oben.

Zu den ersten Gratulanten gehörte Stürmer-Legende und Ajax-Trainer Marco van Basten: «AZ ist völlig zu recht Champion geworden», sagte der ehemalige Bondscoach. Das war Seelenbalsam für die einst als «kaaskoppen» verspotteten Alkmaarer. Denn so atmenberaubend ihr Sturm zur Spitze auch war, am Ende fehlte ein wenig der Glanz. Eigentlich sollte die Meister-Party schon am 18. April steigen. Doch das Team aus der 95 000 Einwohner zählenden und 50 Kilometer von Amsterdam entfernten Käsestadt unterlag Vitesse Arnheim 1:2. Mancher erinnerte sich danach an die Dramatik von 2007, als AZ Alkmaar auf Titelkurs war, aber am letzten Spieltag vom PSV Eindhoven überflügelt wurde.

Diesmal wurde den Rot-Weißen die Meisterschale vom Ex-Titelrivalen quasi vorzeitig als Geschenk überreicht. Mit dem 6:2 über Ajax machte der PSV am Sonntag Alkmaars Championat perfekt. Auf diese Art wollte sein Club den Titel eigentlich nicht holen, räumte Kapitän Stijn Schaars zwar ein. «Doch man wird nicht Champion in einem Wettkampf, sondern in einer ganzen Saison.» Dafür haben Van Gaals Mannen mit einem Siegeswillen gekämpft, der an Obamas «Yes, we can» erinnerte. «Mach Deine Träume wahr», hatte der 57-jährige Ex-Coach der «Oranje»-Auswahl und des FC Barcelona seinen Akteuren immer wieder eingebläut.

Ihr Siegeszug gilt auch als bemerkenswert, da der Club in Banker Dirk Scheringa einen zwar engagierten, aber finanziell längst nicht so potenten Eigentümer hat wie der vom Weltkonzern Philips unterhaltene PSV. Einige Millionen für Stars wie den marokkanischen Torjäger Mounir El Hamadaoui, die Stürmer Graziano Pellè (Italien) und Ari Da Silva Ferreira (Brasilien) trieb Scheringa zwar auf. Doch als Van Gaal sein Team, das 2007/2008 nur Elfter geworden war, zu Beginn dieser Saison vorstellte, tat er das mit den Worten: «Sie sehen hier keine Topspieler, aber gute Spieler, die bezahlbar sind.»

So viel Selbstironie hätte wohl auch Rudi Carrell zum Schmunzeln gebracht. Der Showmaster aus Alkmaar, der nach einer großen TV- Karriere in Deutschland 2006 starb, war begeisterter Fan. Zwar von Werder Bremen, aber am Club aus seiner Heimatstadt hatte er auch stets Interesse. Der Champagner-Party im Herzen Alkmaars schaute Rudi als lächelnde Bronzestatue zu. Auch er war einst in der Käsestadt aufgebrochen, um seine Träume wahr zu machen.

dpa

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