Donnerstag, 14. September 2006 / 19:05 Uhr
Berlin - Nach den Qualen der Qualifikation droht Hertha BSC in der ersten Hauptrunde des UEFA-Cups der K.o. Die Berliner kamen im Heimspiel gegen den dänischen Meisterschaftsdritten Odense BK vor allem wegen Fahrlässigkeiten in der Defensive über ein 2:2 (1:1) nicht hinaus.
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Zwar mühten sich die Berliner vor der Mini-Kulisse von 12 814 Zuschauern im riesigen Olympiastadion um ihren 38. Europacup-Sieg, doch mehr als die Treffer von Christian Giménez (38.) und Kevin Boateng (50.) sprang nicht heraus.
Berlins Yildiray Bastürk (r) und Esben Hansen von Odense kämpfen um den Ball.
Grobe Schnitzer in der Abwehr führten nicht nur zum Eigentor von Josip Simunic (7.), sondern ermöglichten den Gästen sogar noch einen zweiten Treffer durch Bechara Oliveira (53.). Im Rückspiel in zwei Wochen muss die Hertha ihre Fehlerquote entscheidend minimieren, um mit einem eigenen Erfolg doch noch in die Gruppenphase einzuziehen.
«Wir waren in der Abwehr sehr sorglos. Uns fehlt da noch etwas die Cleverness und die internationale Erfahrung», sagte Hertha-Trainer Falko Götz. «Dass wir drei Minuten nach der Führung den Ausgleich kassieren, war heute irgendwie bezeichnend für unser Spiel.» Torschütze Boateng war trotz des Remis optimistisch: «Wir werden das im Rückspiel in der Abwehr besser machen und vorne wieder treffen.»
Bei den Gastgebern machte sich das Fehlen des am Oberschenkel verletzten ungarischen Nationalspielers Pal Dardai deutlich bemerkbar. So entsprang auch Simunics Eigentor einer unglücklichen Situation, weil sich der kroatische Verteidiger und Dick van Burik gegenseitig behinderten und Simunic eine Flanke von Martin Borre völlig unbedrängt am verdutzten Fiedler vorbei ins Tor lenkte. Die Hausherren konnten sich bei seinem Schlussmann bedanken, dass sie nicht schon früh auf die Verliererstraße gerieten. Gegen Hansen (12.), Laursen (13.) und vor allem bei einer Doppelchance nach einem Distanzschuss von Grahn und dem anschließenden Kopfball Oliveiras (19.) aus zwei Metern rettete Christian Fiedler in höchster Not.
Erst nach 25 Minuten erwachten die Berliner aus ihrer Lethargie. Nach einer schönen Kombination über Boateng, der nach seiner Verletzung wieder in die Startelf gerückt war, und Kapitän Arne Friedrich war der von Olympique Marseille gekommene Giménez aus Nahdistanz erfolgreich. Einen Tag nach der Geburt seines zweiten Sohnes wurde er mit der obligatorischen Babyschaukel gefeiert.
Nach dem Wechsel verstärkten die Gastgeber ihre Angriffsbemühungen und wurden auch früh dafür belohnt. Nach einer Flanke von Jung-Nationalspieler Malik Fathi traf Boateng mit einem herrlichen Volleyschuss aus rund 20 Metern. Als daraufhin alles mit einem Sturmlauf des Bundesliga-Sechsten rechnete, folgte der zweite Schock. Der junge Sofian Chahed, der Dardais Rolle als Nummer sechs vor der Abwehr übernahm und große Mühe auf dieser Position hatte, ließ sich von Grahn an der Torauslinie ausspielen. Dessen Hereingabe verwertete Oliveira - Fiedler hatte keine Abwehrmöglichkeit. Das folgende Anrennen der Hertha mit Chancen durch Boateng und des eingewechselten Solomon Okoronkwo wurde dann jedoch nicht mehr belohnt.
dpa
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