Freitag, 15. September 2006 / 09:58 Uhr
Berlin - Am Tag nach der Fast-Blamage beim 2:2 im Hinspiel der ersten UEFA-Pokal-Hauptrunde gegen Odense bat Falko Götz sein Personal zum Rapport. Es gab einiges zu besprechen bei Hertha BSC.
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«Da sind viele Aspekte, die dürfen sich nicht wiederholen, sonst wird das schlimme Folgen haben», betonte der Berliner Chefcoach nach dem enttäuschenden Remis gegen den Dritten der dänischen Liga. Die Bälle im Vorwärtsgang leichtfertig verloren, in der Defensive nicht entschlossen genug - die Quittung stellten die mutigen Gäste aus.
Hertha-Trainer Falko Götz schreit sein Team in der Partie gegen Odense BK an.
Am 28. September in Odense hilft Hertha nach Lage der Dinge nur ein Sieg, um nach der quälenden Qualifikation doch noch den Sprung in die Gruppenphase zu schaffen. «Das kommt unserer eigenen Einstellung eigentlich entgegen, denn wir wollen immer nach vorne spielen und gewinnen», flüchtete sich Götz in hoffnungsvolle Ausblicke und fügte in der Nachbetrachtung schon für das Hinspiel an: Keiner könne abstreiten, «dass er zumindest ein attraktives Spiel gesehen hat». Keine müde Nullnummer wie in der Vorsaison, sondern ein munteres Scheibenschießen mit vielen taktischen Unzulänglichkeiten.
Der Chefcoach und die nur 12 814 Fans im WM-Endspielstadion bekamen gegen den traditionellen Boldklub gezeigt, welche Risiken in der neuen Philosophie mit vielen jungen Leuten wie Boateng (19), Okoronkwo (19), Fathi (22) oder Chahed (23) stecken. «Unbekümmertheit» oder «jugendlicher Leichtsinn» nannte Hoeneß die Fehler, die Youngster wie Sofia Chahed gegen Odense passierten und Hertha nun in große UEFA-Cup-Verlegenheit bringen. «Junge Spieler müssen Fehler machen dürfen, damit sie daraus lernen», verteidigte Hertha-Manager Dieter Hoeneß die Jungprofis, schloss aber in Richtung ganze Mannschaft an: «Zum Schluss gab es zu wenig Leistungsbereitschaft.»
Zudem versuchte Götz, den gefährdeten Frieden zwischen Offensiv- und Defensivkräften zu erhalten. Spielmacher Yildiray Bastürk hatte sein Team in der Offensive «ordentlich», in der Abwehr aber «schlecht» gesehen. «Wir haben auch offensiv genügend Fehler gemacht, die zu gefährlichen Kontern geführt haben», entgegnete der Trainer.
Davon waren auch die Torschützen Kevin Boateng und Christian Gimenez, der nach der Geburt seines zweiten Kindes erst spät in der Nacht vor dem Spiel wieder zum Team gestoßen war, nicht ausgeschlossen. «Vielleicht hat ihm vor dem zweiten Gegentor ein bisschen die Kraft gefehlt», meinte Götz über Talent Boateng, der nach langer Verletzungspause am Ende von Krämpfen geplagt wurde. Aber er haben auch seine Fähigkeiten angedeutet, meinte der Trainer. Noch sei jedoch Luft nach oben - was wohl auf alle Herthaner zutrifft.
dpa
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