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Schachtjor Donezk träumt von «Anfang einer Ära»

Donezk - Die Zuschauer jubelten vor Begeisterung, doch Mircea Lucescu wehrte trotz des historischen Erfolges die Glückwünsche ab. «Wir haben noch nichts in den Händen», knurrte der Fußballtrainer von Schachtjor Donezk nach dem 2:1 (1:0) im ukrainischen UEFA-Cup-Derby gegen Dynamo Kiew.

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Mit dem Sieg steht Schachtjor nach dem 1:1 im Hinspiel erstmals in einem europäischen Finale. «Wir haben das Ziel zwar vor Augen, aber erreicht haben wir es noch nicht», meinte der Rumäne Lucescu mit Verweis auf einen angestrebten Endspielsieg am 20. Mai in Istanbul gegen Werder Bremen. An das letzte Duell gegen einen Bundesligisten erinnert sich Donezk gerne: In der Saison 2004/05 gewann man im UEFA-Cup gegen Schalke 04.

Schachtjor Donezk - Dynamo Kiew

Foto: dpa Bild vergrößern

Fernandinho gratuliert Jadson (r) zum Tor gegen Kiew.

Vor 25 000 Zuschauern war Schachtjor durch einen Schlenzer des Brasilianers Jadson (17.) in Führung gegangen. Doch die Gastgeber konnten ihre Feldüberlegenheit zunächst nicht in weitere Tore ummünzen. Der Hauptstadtclub schöpfte kurz nach der Pause Hoffnung, als Ismael Bangoura den Ausgleich erzielte (47.). Als beide Teams wohl schon mit der Verlängerung rechneten, traf der Brasilianer Ilsinho nach feinem Dribbling mit einem Linksschuss (89.). «Er wollte ausgewechselt werden, doch ich lehnte ab», sagte Lucescu. «Manchmal sollte man seinem Instinkt vertrauen.» Dynamo- Trainer Juri Sjomin zeigte sich enttäuscht. «Wir haben nur zwei Fehler gemacht, aber beide sind bitter bestraft worden.»

Mit dem Sieg tritt Schachtjor, das dem ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow gehört, endgültig aus dem Schatten des Hauptstadtclubs. Der UEFA-Cup bietet Donezk zudem in dieser Saison die letzte Chance auf einen Titel, denn in der Meisterschaft liegt der Titelverteidiger als Zweiter fünf Spieltage vor Schluss bereits zwölf Punkte hinter Kiew. «Ob Werder Bremen oder wer auch immer: Den Endspielgegner kann man sich nicht aussuchen», meinte Schachtjor-Abwehrspieler Dmitri Tschigrinski. «Gute oder schlechte Gegner gibt es im Finale sowieso nicht, ein einziger Fehler kann über den Sieger entscheiden», sagte der Rechtsverteidiger.

Ukrainische Medien bezeichneten den Sieg von Donezk als eher glücklich. «Dramatisches Spiel - historischer Sieg», titelte die Zeitung «Sewodnja». Die Mannschaft um den kroatischen Kapitän Dario Srna träume fünf Jahre nach einem Kurzzeit-Engagement von Trainer Bernd Schuster vom «Anfang einer Ära». Und das Blatt «Sport» schrieb in Anspielung auf den 9. Mai, den Gedenktag des Sieges über die Hitlerdiktatur, von einem «vorverlegten Tag des Sieges».

Unabhängig vom Finalausgang verspricht Achmetow den nächsten Feiertag in Donezk für den 29. August. Dann soll die Donbass Arena, benannt nach dem Kohlerevier Donezk-Becken («Donbass»), nach umfangreichen Bauarbeiten eröffnet werden. Geht es nach Achmetow, soll das moderne Stadion einer der Spielorte der Europameisterschaft 2012 sein. Demnächst will die Europäische Fußball-Union UEFA bei einer Sitzung in Bukarest über die örtlichen Gastgeber in der Ukraine und in Polen entscheiden. Mit dem UEFA-Cup-Finaleinzug hat Schachtjor schon einmal kräftig für die Millionenstadt geworben.

dpa

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