Donnerstag, 21. Mai 2009 / 00:11 Uhr
Istanbul - Werder Bremen hat durch einen schmerzlichen K.o. in der Verlängerung den Erfolg für die Ewigkeit verpasst. Im 38. und letzten Finale um den UEFA-Pokal unterlag der Bundesligist ohne seinen gesperrten Star Diego gegen Schachtjor Donezk mit 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung.
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Werder verfehlte damit 17 Jahre nach dem Sieg im Pokal der Pokalsieger seinen zweiten Europacup-Coup. Die Brasilianer Luiz Adriano (25. Minute) und Jadson (97.) mit dem entscheidenden Treffer besiegelten vor 40 000 Zuschauern im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul die Werder-Niederlage und kürten Donezk zum ersten ukrainischen UEFA-Pokalsieger. Bremens Brasilianer Naldo (35.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen und Hoffnungen auf den ersten deutschen Europapokalsieg seit acht Jahren geweckt.
Sebastian Boenisch (l) von Werder Bremen und Ilsinho von Schachtjor Donezk im Kopfballduell.
«Wir haben es heute einfach nicht geschafft, das müssen wir akzeptieren. Wir müssen uns jetzt auf die Dinge konzentrieren, die vor uns stehen. Wir haben bisher schon eine lange Saison gespielt und einiges in den Knochen. Es tut weh, aber weiter geht's», sagte Trainer Thomas Schaaf. Auch bei den Spielern steckte der Stachel tief, nachdem Donezk-Kapitän Dario Srna nach Mitternacht Ortszeit den Pokal in die Höhe strecken konnte. «Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben alles gegeben. Bei den Gegentoren haben wir nicht gut ausgesehen. Das ist natürlich ein heftiger Schlag. So oft bekommt man nicht die Chance, einen wichtigen Titel zu gewinnen», sagte Torsten Frings.
Werder verpasste durch die Final-Pleite auch die direkte Qualifikation für die neue Europa League und kann eine in der Bundesliga missratene Saison nur noch mit dem Gewinn der DFB-Pokals im Finale gegen Bayer Leverkusen versöhnlich beenden. Einzig ein Sieg in Berlin am 30. Mai würde den Hanseaten zudem noch die erneute Europapokal-Teilnahme sichern. «Wir müssen die Spieler jetzt wieder aufbauen und in den nächsten Tagen sehr professionell sein», forderte Geschäftsführer Klaus Allofs.
Ausgerechnet im wichtigsten Spiel des Jahres zeigte Werder ohne Diego lange Zeit kaum spielerische Fantasie - der junge Mesut Özil konnte den Brasilianer nicht adäquat ersetzen und Mittelfeldpartner Frings blieb in seinem dritten verlorenen internationalen Finale klar unter seinen Möglichkeiten. In der Abwehr fehlte ohne den verletzten Abwehrchef Per Mertesacker gerade in der ersten Halbzeit Stabilität.
Donezk setzte im Duell der in der Champions League gescheiterten Clubs auf gleich fünf Brasilianer. «Wir sind schneller und technisch besser ausgebildet», tönte Trainer Mircea Lucescu über sein Team aus der ukrainischen Stahl- und Kohle-Metropole. Und seine Profis bewiesen gleich in der Anfangsphase diese Einschätzung. Werder startete zu verhalten. Schachtjor war agiler und trug gerade über die rechte Seite mit dem überzeugenden Srna gefährliche Angriffe vor.
Schon in der sechsten Minute hätte Adriano daraus Kapital schlagen müssen. Doch der Schuss des Brasilianers von der Strafraumgrenze ging knapp am Tor vorbei. Dann schlug Schachtjor effektiver zu. Einen Stellungsfehler von Prödl nutzte Adriano mit einem feinen Lupfer über Torwart Tim Wiese zur Führung. Drei Minuten später tanzte der 22- Jährige die erneut ungeordnete Werder-Abwehr wieder aus, schlenzte jedoch über das Gehäuse.
Bremen leistete sich zu viele Denk-, Abspiel- und Stellungsfehler. Und bekam doch gütige Hilfe von Donezk-Schlussmann Andrej Pyatov. Der ukrainische Nationaltorwart ließ einen Naldo-Freistoß - dem einzigen Schuss auf das Donezk-Tor im ersten Durchgang - durch die Hände ins Tor rutschen. Als Pyatov kurz darauf auch noch eine Flanke unterlief, hätte Pizarro (40.) sogar zur Führung einköpfen können. Dann regierte aber wieder Donezk mit seiner engagierteren Spielweise. Wiese rettete mit einer tollen Parade nach einem Schuss Mariusz Lewandowski (41.) das schmeichelhafte Halbzeit-Unentschieden.
«Wir sind zu angespannt. Ich hoffe, dass die Lockerheit kommt», sagte Allofs. Zunächst bestimmte aber wieder Donezk das Geschehen. Wiese parierte einen Distanzsschuss von Jadson (52.). Erst 30 Minuten vor Schluss kam endlich etwas mehr Stabilität ins Werder-Spiel - spielerische Glanzpunkte konnten aber nicht gesetzt werden. Aaron Hunt (78.) bot sich nach einem Pizarro-Schuss die Chance zum Abstauber. Bei Donezk schwanden nun sichtbar die Kräfte. In der kurzen Pause vor der Verlängerung schwörte Schaaf sein Team auf dem Rasen nochmals energisch ein. Doch der Nackenschlag kam in Form des Jadson-Tores nach Flanke von Srna. Werders Bemühungen um den erneuten Ausgleich blieben erfolglos. Ein möglicher Treffer von Pizarro (120.) wurde wegen Foulspiels nicht anerkannt.
dpa
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Gerhard Delling: Wenn man ihn jetzt ins kalte Wasser schmeißt, könnte er sich die Finger verbrennen.
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