Mittwoch, 27. September 2006 / 13:07 Uhr
Leverkusen - Alles oder Nichts: 364 Tage nach dem Aus von Sofia droht den Fußball-Profis von Bayer Leverkusen eine erneute Pleite. Der Bundesligist ist im Erstrunden-Rückspiel des UEFA-Pokals gegen den Schweizer Pokalsieger FC Sion zum Gewinnen verdammt.
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«Nach dem 0:0 in der ersten Partie haben wir eine gute Ausgangsposition. Aber sie ist auch trügerisch», sagte Bayer-Trainer Michael Skibbe. «Für uns zählt nur ein Sieg. Alles andere ist nicht relevant.»
Bayer-Coach Michael Skibbe bei einer Trainingseinheit vor dem Hinspiel in Sion.
An einen ähnlichen Rückschlag wie bei den zwei 0:1-Niederlagen vor einem Jahr in der ersten Runde gegen ZSKA Sofia mag Wolfgang Holzhäuser gar nicht denken. «Wir reden gar nicht vom Ausscheiden. Aber die Mannschaft muss begreifen, dass sie nicht beim Skispringen ist. Es gilt auch die Weite, nicht nur die Haltungsnote», sagte der Bayer-Fußballchef in der Hoffnung auf einen Befreiungsschlag. Die Elf spiele phasenweise «wunderschön, setzt aber ihre Überlegenheit nicht um».
Der UEFA-Cup-Gewinner von 1988 drängt in die Gruppenphase. «Da wollen wir hin», sagte Skibbe. Doch noch dümpelt seine Mannschaft so dahin. In der Bundesliga gelang erst ein überzeugender Sieg (3:0 gegen Aachen). Im DFB-Pokal mühte sich die Werks-Elf beim Zweitligisten TuS Koblenz zu einem Erstrunden-Erfolg im Elfmeterschießen. Die Lichtblicke sind momentan zu selten. Immerhin kann Skibbe gegen den Schweizer Tabellen-Zweiten wieder auf Angreifer Stefan Kießling setzen, der seine Verletzung überwunden hat und beim 1:1 in Hannover erstmals wieder mitwirkte.
Das Manko ist offensichtlich: Die Bayer-Stürmer treffen kaum. «Wir versuchen, nach vorn zu spielen. Natürlich gehen wir gegen Sion in die Offensive», kündigte Skibbe an. Doch nur einer der bislang sieben Bundesliga-Treffer wurde von einer nominellen Spitze erzielt, als Sergej Barbarez seine Elf bei Hannover 96 in Führung brachte. «Uns fehlt noch etwas zu einem Klasseteam», meinte Kapitän Carsten Ramelow.
Dennoch herrscht Zuversicht. Man könne den mehr als durchwachsenen Saisonstart ausgleichen, «wenn wir unsere Heimspiele gegen Sion und Schalke gewinnen», sagte Sportchef Rudi Völler nach dem Remis von Hannover. Holzhäuser ist es «letztlich egal, wer die Tore macht. Meinetwegen auch Torhüter Jörg Butt.» Die Mischung des Teams stimme, «alle sind in der Lage, einen Treffer zu erzielen». Doch unter dem Bayer-Kreuz ist man gewarnt. Holzhäuser: «Ein Sieg gegen Sion ist Pflicht. Wir wollen international länger dabei sein als vor einem Jahr.»
dpa
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