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Lauth: Nationalspieler, Bankdrücker, Rotsünder

Moskau - Aus Benjamin Lauth und dem Hamburger SV wird offenbar kein glückliches Paar mehr. Seit der Stürmer aus dem bayerischen Fischbachau das Trikot des hanseatischen Fußball-Bundesligisten trägt, klebt ihm das Pech an den Stiefeln.

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Vom hoffnungsvollen Nationalspieler zum deprimierten Bankdrücker - das Kapitel Benny Lauth beim HSV ist ein trauriges. Im Champions-League-Spiel beim russischen Meister ZSKA Moskau erhielt Lauth gar die Höchststrafe: Eingewechselt in der 80. Minute als letzter verzweifelter Versuch, die lahme Offensive zu beleben, trottete er sechs Minuten später schon wieder vom Platz: Rote Karte wegen angeblichen Ellenbogenschlags. Lauth verstand die Welt nicht mehr.

Pechvogel

Für Benjamin Lauth läuft es überhaupt nicht mehr rund.

«Die Rote Karte ist ein Witz. Ich dachte, es gibt Freistoß für uns», sagte der 25-Jährige. «Die Entscheidung des Schiedsrichters ist nicht nachzuvollziehen.» So recht nachvollziehen kann der Ex-Nationalspieler seine gesamte Entwicklung beim HSV nicht. Schon der Auftakt im Sommer 2004 war eine Katastrophe. Mit Fußbruch vom TSV 1860 München an die Elbe gewechselt, konnte Lauth monatelang nur zuschauen. Ein weiterer Fußbruch und eine Knieverletzung warfen die Sturmhoffnung erneut zurück und letztlich auch aus dem Kader der deutschen Nationalmannschaft. Auch beim HSV ist er mittlerweile nur noch zweite oder dritte Wahl. Mehr als Kurzarbeit wird ihm nicht zugestanden. Mitunter muss er gar auf die Tribüne.

«Ich kann nur versuchen, mich immer wieder im Training anzubieten. Der Konkurrenzkampf im Sturm ist bei uns natürlich groß», sagt Lauth, dessen Tage in Hamburg wohl gezählt sind. Trainer Thomas Doll, der sich mit erstaunlicher Hartnäckigkeit immer vor seinen sensiblen Stürmer gestellt und ihm alle Zeit der Welt zur Eingewöhnung gegeben hat, reißt allmählich der Geduldsfaden. «Von Benny erwarte ich mehr. Er muss sein Potenzial endlich abrufen», sagt Doll. Nicht ausgeschlossen, dass «Benny-Bomber», wie er einst euphorisch genannt wird, den HSV schon in der Winterpause verlassen muss.

Dabei hätte der Multi-Kulti-Verein HSV schon allein wegen der Vorbildwirkung liebend gern einen deutschen Nationalspieler in seinen Reihen gehabt. Doch erste Wahl sind andere: der Ivorer Boubacar Sanogo, der immerhin fünf Tore in zehn Spielen erzielte, und der ballgewandte Serbe Danijel Ljuboja. Auch der Peruaner Paolo Guerrero hat bessere Karten bei Doll als Lauth. Doch der Bayer glaubt an sich. «Ich weiß, dass ich das Potenzial habe. Ich will mich in Hamburg durchsetzen», sagt er. Was er allerdings tatsächlich denkt, behält der oft in sich Gekehrte für sich.

dpa

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