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Bordon-Interview sorgt für Wirbel

Nancy - Ausgerechnet vor dem Zitterspiel in Nancy hat Marcelo Bordon den gerade mühsam gekitteten Zusammenhalt in der Mannschaft des FC Schalke 04 in Frage gestellt und die Führungsetage in Erklärungsnot gebracht.

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Ungewöhnlich deutlich äußerte der Kapitän seine Zweifel, dass der Revierclub nach dem Wirbel um die vorübergehende Suspendierung Gerald Asamoahs und angesichts «tiefer liegender Probleme» dauerhaft erfolgreich sein könne. Einen Tag vor dem Erstrunden-Rückspiel im UEFA-Pokal beim französischen Vertreter AS Nancy löste der Brasilianer mit seinen Äußerungen in der «Sport-Bild» eine neue Diskussion um den angeblich wieder hergestellten Teamgeist aus.

Ernste Sorgen

Mirko Slomka bangt in Nancy um den Einsatz von Fabian Ernst und anderen.

Trainer Mirko Slomka mochte auf die Äußerungen seines Kapitäns gar nicht eingehen, um die Vorbereitung auf die Partie beim französischen Tabellen-Vierten nicht zu stören. «Das Thema ist zwar präsent, aber es interessiert mich jetzt nicht», blockte Slomka mit saurer Miene zunächst alle Fragen zu dem Thema ab. «Wir haben ein schweres Spiel vor uns. Darauf konzentriere ich mich. Und ich gehe davon aus, dass wir am Donnerstag erfolgreich nach Hause fahren.»

Gereizt reagierte auch Manager Andreas Müller, stellte sich aber voll hinter die Mannschaft und Bordon. Er gab zwar zu, dass allen die vergangenen Wochen «noch ein wenig in den Kleidern» stecken. Doch: «Bordon ist ein super Kapitän. Er übernimmt viel Verantwortung und versucht, die Probleme zu lösen», sagte Müller. Von einem zerstrittenen Kader könne nicht die Rede sein. Er habe mit den Beteiligten gesprochen. «Alle haben gesagt, dass sie gemeinsam Erfolg haben wollen. Die Jungs sind wirklich bereit, von Neuem anzufangen», beteuerte Müller, der den Fall Asamoah und die Folgen für aufgearbeitet hält. Als Beweis führte der Manager das 2:0 gegen Wolfsburg an. «Unter dem Druck hat die Mannschaft eine fantastische Leistung geboten. Und ich bin sicher, sie wird auch hier in Nancy sehr konzentriert auftreten», meinte Müller, der weitere Fragen abschmetterte: «Und damit ist auch Schluss.»

Bordon hatte in der «Sport-Bild» erklärt, Schalke sei «kein eingeschworenes Team». Man könne zwar gemeinsam Siege feiern. «Doch bezweifle ich, dass nach derzeitigem Stand dauerhafter Erfolg möglich ist.» Er vermute weiter einen «Maulwurf» im Kader, der Interna nach außen trägt. Solange der nicht gefunden sei, würden «immer neue Probleme auftreten» und es könne «kein uneingeschränktes Vertrauen zwischen den einzelnen Spielern» geben. Müller sieht aber «keinen Grund, dass wir wie die Polizei hinter den Spielern herrennen».

Redlich mühte sich Slomka, die Konzentration auf das sportlich wie finanziell wichtige Erreichen der UEFA-Cup-Gruppenphase zu lenken. Nach dem 1:0 im Hinspiel würde der Elf schon ein Remis genügen. «Wir haben Qualitäten nach vorn und die wollen wir nutzen», sagte Slomka, der aber noch «drei Fragezeichen» hat. So ist vor allem der Einsatz von Fabian Ernst (Leistenprobleme) unsicher. «Das können wir erst am Spieltag entscheiden», sagte Slomka. Über Beschwerden am Fuß klagten Lewan Kobiaschwili (Entzündung) und Hamit Altintop (Wunde), doch Slomka rechnete im Abschlusstraining wieder mit ihnen. Nicht dabei sind der gesperrte Mladen Krstajic und der Siegtorschütze aus dem Hinspiel, Sören Larsen.

Slomka ließ offen, ob er wie in der 2. Hälfte gegen Wolfsburg mit einem 4-4-2-System spielen wird. «Das hängt davon ab, welche Spieler ich tatsächlich zur Verfügung habe.» Es ist aber davon auszugehen, dass Kevin Kuranyi und Halil Altintop das Sturmduo bilden. Dann blieben Asamoah und Peter Lövenkrands zunächst auf der Bank.

dpa

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