Freitag, 29. September 2006 / 13:01 Uhr
Berlin - Am Tag nach dem bitteren K.o. haben die Verantwortlichen von Hertha BSC das schwarze Kapitel Odense abgehakt. Im UEFA-Cup-Rückspiel beim Tabellen-Vierten der dänischen Liga schieden die Berliner mit 0:1 unerwartet in der 1. Runde aus.
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«Wir müssen jetzt den Kopf hoch nehmen und konzentrieren uns auf die zwei nationalen Wettbewerbe, da sind wir in beiden gut dabei. Ich hoffe, dass wir da was reißen», erklärte Trainer Falko Götz. Sein Team hatte sich auf der Insel Fünen als zu grün erwiesen für das internationale Geschäft, selbst in der «2. europäischen Liga». Die Wahl der Mittel «war nicht immer die richtige», gestand Götz.
Odenses Tobias Grahn (l) und Herthas Sofian Chahed im Zweikampf.
Zu viel Kritik allerdings wollte der Trainer angesichts der anstehenden Aufgaben nicht verteilen. Mit Christopher Samba, Kevin Boateng, Malik Fathi, Sofian Chahed, Patrick Ebert und später noch Solomon Okoronkwo stand eine halbe Nachwuchs-Elf im Fiona-Park auf der Verliererseite. «Eine ganze Menge» habe seinen Profis beim 0:1 in Odense wie auch beim 2:2 im Hinspiel gefehlt, analysierte der Chefcoach nur allgemein. Vor allem fehlte jene Entschlossenheit, die auf internationaler Bühne noch weit mehr gefragt ist als in der Bundesliga. «Es ist aus sportlicher Sicht natürlich eine Enttäuschung. Weitere internationale Spiele wären wichtig gewesen für die junge Truppe», bedauerte er.
«Die Mannschaft ist in einem Lernprozess», entschuldigte Manager Dieter Hoeneß das junge Personal, forderte aber schnell: «Wir müssen Lehren ziehen.» Die 23. Niederlage im 80. Europacup-Spiel tat trotzdem besonders weh, weil sich die Berliner eigentlich schon für fähig hielten, den keinesfalls erstklassigen Odense Boldklub selbst in die Schranken weisen zu können. «Wir waren darauf eingestellt, dass die junge Truppe auch Rückschläge hinnehmen muss. Das ist natürlich so ein Rückschlag, aber vielleicht im richtigen Moment», bemerkte Hoeneß, der nach dem Match einige Zeit brauchte, den Ärger abzuschütteln. Das Jungpersonal muss noch hart an sich arbeiten, das Angriffs-Duo Marko Pantelic und Christian Gimenez darf sich nicht zu sicher sein - und der Ausfall von gleich drei Leistungsträgern (Bastürk, Gilberto, van Burik) war für den Hertha-Jahrgang 2006/07 einfach zu viel.
Auf den Fehlgriff von Routinier Christian Fiedler vor dem 1:0- Siegtor der Dänen wollte nach dem Rückflug in Berlin niemand mehr eingehen. «Er hat sich entschuldigt. Das muss man ihm zugestehen, er hat uns auch schon viel gerettet», meinte Hoeneß nur noch kurz.
dpa
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