Montag, 29. Juni 2009 / 12:22 Uhr
Malmö - Für Horst Hrubesch gibt es keine Atempause. Das Unternehmen U 21 ist für den 58 Jahre alten Trainer nach dem EM-Finale beendet.
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Der als Interimslösung auserwählte Coach kehrt nach der Mission in Schweden zu seinen U 20-Junioren zurück und startet unmittelbar mit den Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft des jüngeren Jahrgangs im September in Ägypten. «Das geht jetzt sofort los. Ich muss schauen, dass ich meine Mannschaft wieder in die Reihe bekomme. Wir haben auch zwischendurch immer Kontakt gehabt», sagte Hrubesch, der im November 2008 für den entlassenen Dieter Eilts die Verantwortung für die U 21 in Doppelfunktion bekommen hatte.
Es war eine goldene Wahl, die der DFB getroffen hat, nachdem klar war, dass Rainer Adrion, der künftige U 21-Trainer, die Mannschaft erst in diesem Sommer übernehmen kann. Hrubesch war die beste Lösung für das Team. «Wir wissen, was wir an ihm haben. Er ist ein echter Typ», begründete Sportdirektor Matthias Sammer die Entscheidung. Schließlich hat Hrubesch im Vorjahr die 16 Jahre dauernde titellose Zeit mit dem EM-Gewinn der U 19-Junioren beendet, und viele trauen dem beliebten Coach auch im September bei der U 20-WM ein erfolgreiches Turnier zu.
«Mir hat das richtig Spaß gemacht», sagte der Europameister von 1980, den es freut, dass seine gute Arbeit anerkannt wird und er bei den Spielern gut ankommt. Als autoritärer Fußball-Lehrer versteht er seinen Job ohnehin nicht. «Ich kann nur anleiten und muss nehmen, was die Spieler mir anbieten», erklärte der 58-Jährige. Sein Motto ist eigentlich ganz simpel. «Fußball macht nur Spaß, wenn du gewinnst. Und dann nimmst du diesen Spaß auch mit». Und gewonnen hat er mit seinen U-Teams häufig, nachdem es für ihn zuvor als Vereinscoach nicht so richtig rund gelaufen war. Hrubesch hat sich profiliert.
Die Spieler mögen seine kumpelhafte und kommunikative Art. «Er ist ein Teamplayer und gibt alles für den Erfolg. Er lebt uns die Siegermentalität vor, die uns auch stark gemacht hat», sagte Kapitän Sami Khedira, der unter Hrubesch zum ersten Führungsspieler im U 21- Team aufgestiegen ist. «Er fragt mich oder die Spieler aus dem Mannschaftsrat oft nach unserer Meinung, weil wir ja noch näher dran sind am Team und besser entscheiden können, was gut ist.» Und als Abwehrchef Benedikt Höwedes im Halbfinale gegen Italien (1:0) vorschlug, Stürmer Sandro Wagner einzuwechseln, beherzigte Hrubesch den Tipp. «Natürlich entscheidet er am Ende selbst», sagte Khedira.
Der Spielführer lobte die offene Art seines Trainers. «Er ist ein ehrlicher Typ, man vertraut ihm und nimmt ihm das auch ab.» Auch die Jungprofis, die beim Turnier wenig oder gar nicht zum Einsatz kommen, sind für Hrubesch genauso wichtig wie die Führungsspieler. Er redet viel mit ihnen und hält sie so bei Laune. Khedira: «Aber er kann auch sehr laut werden, wenn ihm was nicht passt und klare Ansagen machen. Dieses Zwischending zu finden, das macht er sehr gut.»
dpa
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