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Van Gaal will den Überblick - Chance für Rensing

München - Franck Ribéry will weg und Louis van Gaal den Überblick. Ungeachtet der Spielchen des kleinen Franzosen bastelt der niederländische Neu-Coach an der Formation für das Titel-Unternehmen des FC Bayern München.

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«Ich muss zuerst die Spieler beobachten und dann muss ich anschauen, wie sie auf mich und meine Philosophie reagieren», sagte van Gaal, der den trainingsfreien Freitag streichen musste. Weil die Einheit zuvor wegen eines Gewitters ausfiel, wurden die Spieler am Folgetag an die Säbener Straße bestellt. Eine Woche vor dem ersten Test des Fußball- Rekordmeisters am 10. Juli bei Red Bull Salzburg will der 57-Jährige die Mannschaft möglichst schnell kennenlernen.

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Louis van Gaal nach dem Trainingsauftakt mit den Bayern.

Wieder nicht dabei war Franck Ribéry, der schon am Tag zuvor wegen einer Blase an der Ferse das Training abgebrochen hatte. Der Poker um die Zukunft des Franzosen wird munter weitergehen, ebenso wie die Münchner Bemühungen um einen neuen Mann für die rechte Defensivseite. «Wir können einen rechten Verteidiger brauchen. Aber ich weiß nicht, wen und wann», hatte van Gaal bei seiner Vorstellung erklärt. Als Kandidat wurde mehrfach Chelsea-Verteidiger José Bosingwa gehandelt. «Ich bin nicht pessimistisch, dass das Buch in dieser Angelegenheit schon zu ist», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der Internetausgabe der «Sport Bild».

Ribéry und der Rechtsverteidiger sind nicht die einzigen Fragezeichen im Bayern-Kader, denn in welcher Formation der Rekordmeister die Rückkehr auf den Liga-Thron angeht, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Auch, wer aus dem derzeit noch großen Team weichen muss. «Ein Spieler muss eine Aussicht haben, zu spielen. Wenn die Aussicht nicht da ist, dann ist es schwierig, die Motivation zu haben» sagte van Gaal. «Es ist besser für Spieler und für den Club, dass wir das klar machen. Und dann kann der Spieler entscheiden oder der Club.» Vor dem Amtsantritt galten Andreas Ottl, Breno, Christian Lell und auch Tim Borowski als Streichkandidaten.

Die Frage, wer gehen kann, ist nicht die einzige, die die Münchner die kommenden Tage und Wochen beschäftigen wird, denn der Kampf um die Stammplätze wird nach den ersten Kennlerneinheiten zunehmen. «25 Spieler trainieren, um zu Spielen. Die Schwierigkeit liegt beim Trainer. Der wird entscheiden, wer wirklich auf dem Feld steht», sagte Neu-Münchner Anatoli Timoschtschuk.

Im Tor wird der in der Endphase der vergangenen Saison als Nummer 1 abgelöste Michael Rensing eine neue Bewährungsprobe bekommen. «Ich werde ihn mir anschauen und beobachten und dann können wir darüber reden. Er will seine Chance haben und ich kann ihm die Chance geben», betonte der Coach, der auch offen ließ, ob Mark van Bommel weiter Kapitän bleibt. «Das weiß ich nicht, ich schaue mir das an. Er ist für mich ein Typ, der Kapitän sein kann.»

Höchst ungewöhnliche Bekanntschaft machte van Bommel derweil mit seinem Konkurrenten und Mitspieler im defensiven Mittelfeld, Timoschtschuk. Durch Zufall war der Neuzugang aus der Ukraine zeitgleich mit dem Niederländer in München gelandet. Beide kamen aus dem Urlaub zurück und hatten denselben Fahrer auf dem Weg in die Stadt. «Er ist ein guter Spieler und wir hatten guten Kontakt zu einander», sagte Timoschtschuk, der einen Mini-Stück von Lothar Matthäus an die Säbener Straße zurückbringt. Denn einst bekam er vom Rekordnationalspieler eine Spielführerbinde geschenkt. Dieser Talisman des Mittelfeldmannes war lange verschollen, nun hat er ihn zurück. «Ich habe sie wieder gefunden, es ist alles okay.»

dpa

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