Mittwoch, 22. Juli 2009 / 13:39 Uhr
Porto - Im Norden Portugals wird nicht nur mit Portwein das große Geld verdient. In den vergangenen Jahren wurden in Porto immer wieder Fußball-Nobodys zu millionenteuren Stars.
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Der Futebol Clube do Porto avancierte so im vergangenen Jahrzehnt zum «Verkaufsweltmeister». In diesem Sommer nahm der Verein aus der 220 000-Einwohner-Stadt bereits 66 Millionen Euro ein. Nur bei Manchester United und dem AC Mailand klingelten die Kassen wegen der Verkäufe der Superstars Ronaldo (93 Millionen Euro) und Kaká (65) an Real Madrid noch lauter. «Unsere Spieler haben Qualitätsgarantie», tönt der ebenso charismatische wie umstrittene Porto-Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa.
Der 72-jährige Unternehmer ist der Macher des «Porto-Wunders», wie die französische Zeitschrift «France Football» dieser Tage schrieb. Wie diese Wunder am Douro-Fluss vollbracht werden, zeigt das Beispiel Aly Cissokho. Porto entdeckte den in Senegal geborenen 21-jährigen Franzosen bei Vitoria Setubal. Obwohl die Konkurrenten Sporting und Benfica in Lissabon ganz in der Nähe von Setubal beheimatet sind, ließen sie sich den linken Verteidiger mit Offensivdrang wegschnappen. Porto holte ihn im Januar für 300 000 Euro. Nun wurde er für 15 Millionen an Olympique Lyon verkauft - mit einer Rendite von sage und schreibe 5000 Prozent in nur sechs Monaten. Zudem behielt Porto 20 Prozent Weiterverkaufsbeteiligung.
«Da Costa verhandelt wie kein Zweiter», «entschuldigte» sich Lyon-Clubchef Michel Aulas. Und Cissokho ist kein Ausnahmefall. Seit Mai 2003 nahmen die «Dragoes», die «Drachen», durch Spielerverkäufe knapp 340 Millionen Euro ein. Vor allem die sonst auf dem Markt nicht so attraktiven Defensivspieler weiß Pinto da Costa in Gold aufzuwiegen. Der defensive Mittelfeldmann Anderson aus Brasilien wechselte 2007 für 31 Millionen Euro zu Manchester United. Ricardo Carvalho (2004 zum FC Chelsea) und Pepe (2007 zu Real Madrid) gehören mit Ablösesummen von jeweils 30 Millionen Euro zu den teuersten Abwehrspielern der Geschichte. Paulo Ferreira kam für 100 000 Euro von Setubal und wurde für 20 Millionen nach Chelsea weiterverkauft.
In diesem Sommer wechselten unter anderem die zuletzt in ihrer Nationalelf kaum eingesetzten Argentinier Lisandro Lopez und Lucho Gonzalez für jeweils 24 und 18 Millionen nach Lyon und Marseille. In Porto wurden unter anderen der Neu-Kölner Maniche, Deco, der Ex- Bremer Diego und Brasiliens Goal-Getter Luis Fabiano sowie Star-Coach José Mourinho «gemacht». «Wenn wir nicht jedes Jahr zu Verkäufen gezwungen wären, würden wir sportlich viel stärker sein», versichert Clubchef Da Costa, das Gegenstück zum einkaufswütigen Real-Madrid- Boss Florentino Pérez. Dabei sind die Weiß-Blauen nicht nur in Portugal seit Jahren eine Fußball-Großmacht.
Seit der Amtsübernahme von da Costa im Jahr 1982 gewann der FC Porto 47 Titel. Zuletzt gewann man 11 von 16 Landesmeisterschaften sowie den UEFA-Pokal (2003) und die Champions-League 2004. Der Clubchef lässt sich nur mit «O Presidente» ansprechen und wird von Fans und Vereinsmitgliedern wie ein Gott verehrt. «Dieser Club ist ganz außergewöhnlich. Jedes Jahr werden die besten Spieler verkauft, ohne dass man an Qualität verliert», meinte anerkennend ManU-Coach Alex Ferguson, der mit Porto im letzten CL-Viertelfinale größte Mühe hatte.
Ob aber die Erfolge von Porto immer fair zustande kamen, wurde im vergangenen Jahr angezweifelt, als die UEFA den Verein wegen eines Bestechungsskandals aus der Saison 2003/04 zunächst von der Champions League ausschloss und wenig später wieder zuließ. Gegen da Costa sagte in dieser Affäre unter anderem eine frühere Geliebte aus. Die heute 32-jährige Tänzerin Carolina Salgado behauptet, da Costa habe die Schiedsrichter unter anderem mit Prostituierten versorgt. Alle Anklagen wurden bisher allerdings fallengelassen. Da Costas Kurzkommentar: «Ich habe halt auch einige Neider».
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Thomas Wark: Axel Kruse, er hat in Rostock mehrere Pferdchen laufen.
1. aman schrieb am 27.12.2009 um 20:49:46:
Der Fc porto ist eigentlich ein ganz starker Verein. Aber nur wenn sie mal ihre Stars behalten würden( Carvahlo/Chelsea,Pepe/Real,Deco/Barca(heute Chelsea), Maniche/D.Moskau(heute Köln),Lucho/OM, Anderson/ManU, Lopez/Lyon, Cisskoh/Lyon
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