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Aufbruch bei Arminia: «Ziel ist Platz eins»

Bielefeld - Neuer Trainer, neues Selbstbewusstsein: Wenn es nach Thomas Gerstner geht, sollte der Bielefelder Oberbürgermeister das Rathaus Anfang Mai für die Arminia freihalten.

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«Seit dem ersten Tag ist das Ziel Platz eins. Das kann man sich am Ende bildlich besser vorstellen, wenn wir die Schale in der Hand haben und auf einem Balkon stehen. Das ist für das geistige Auge besser», sagte der neue Coach nach dem überzeugenden 3:1 (2:0) des Absteigers gegen Hansa Rostock voller Hoffnung auf den Zweitliga-Titel.

Neuanfang

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Der Bielefelder Coach Thomas Gerstner steht vor Spielbeginn vor der Trainerbank.

Mit einigen Tricks hatte der gelernte Mentaltrainer Gerstner versucht, seinen Profis neues Vertrauen einzuimpfen: Im Trainingslager liefen die Spieler über Scherben und bugsierten sich gegenseitig durch ein Spinnennetz aus Seilen. Vor dem Spiel im DFB- Pokal bei der SpVgg Unterhaching (3:0) schrieb der zuvor kaum bekannte Gerstner seine Vorstellungen auf. «Im Trainingszentrum hängt ein großes Plakat. Das ist fünf, sechs, sieben Meter lang und da stand vorher 'Unterhaching - DSC 0:3' und 'DSC - Rostock 4:0'», erzählte der 42-Jährige. Deshalb war er augenzwinkernd nicht vollends zufrieden: «Wir wollten eigentlich Tabellenführer werden.»

Beim ersten Schritt zum angestrebten achten Aufstieg der Vereinsgeschichte zeigte die Arminia bereits die offensive Spielweise, mit der Gerstner für eine Aufbruchstimmung sorgen will. «Er ist jemand, der sehr positiv denkt und Optimismus verbreitet. Diese Denkweise färbt natürlich auf die Mannschaft ab», lobte Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick.

Nach der endgültigen Entscheidung durch André Mijatovic (59./Foulelfmeter), der seinen Vertrag am 11. August vorzeitig bis 2012 verlängerte, schunkelten die Fans auf der Tribüne. Vergessen schien alles Trübsal aus der Sommerpause: In Artur Wichniarek verlor Bielefeld als schlechtester Bundesliga-Angriff seinen treffsichersten Stürmer, setzte einen neuen Finanz-Geschäftsführer ein und machte sich mit einer chaotischen Jahreshauptversammlung zum Gespött der Fußball-Republik. «Die Spieler waren im Kopf etwas gehemmt, das hat aber nichts mit irgendeiner Person zu tun, die vorher hier war. Seit meinem ersten Tag ist eine andere Marschrichtung vorgegeben», sagte der Nachfolger von Michael Frontzeck und Kurz-Trainer Jörg Berger.

So blühte hinter der einzigen Spitze Pavel Fort Torschütze Giovanni Federico (40. Minute) auf, der zuletzt bei Borussia Dortmund und dem Karlsruher SC enttäuscht hatte. Auch der in der Bundesliga meist glücklose Christopher Katongo durfte jubeln (29.) und zeigte seinen Flic Flac. «Unser Spiel ist flexibler geworden. Wir haben bis zu fünf Leute vorne drin, die Tore erzielen», sagte Rüdiger Kauf.

Von dieser Schlagkraft ist der Gegner aus Rostock weit entfernt. «Wir haben Bielefeld mit katastrophalen Fehlpässen und einfachen Ballverlusten im Mittelfeld zu diesen Toren eingeladen», beklagte Hansa-Trainer Andreas Zachhuber, dessen Team nach dem Anschluss von Kai Bülow (50.) nur kurze Zeit Hoffnung schöpfen durfte.

dpa

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