Meldung

Bayern auf Werders Fersen - Stuttgart rückt vor

Düsseldorf - Werder Bremen ist mit begeisterndem Spaßfußball die Attraktion und das Aushängeschild der Fußball-Bundesliga - der FC Bayern hält aber den Anschluss.

anzeige

Mit zwölf Toren in zwei aufeinander folgenden Auswärtsspielen, zuletzt dem 6:1 beim FSV Mainz 05, erweist sich der Tabellenführer zumindest schon als Meister der Offensive. Bayern München hat einen solchen Ballzauber derzeit nicht zu bieten, bleibt den Hanseaten mit solider Arbeit wie beim 2:0 gegen Eintracht Frankfurt aber auf den Fersen. «Wir kriechen nicht hinterher, schießen aber auch keine sechs Tore», stellte Bayern-Coach Felix Magath fest.

VfB Stuttgart - Schalke 04

Stuttgarts Sami Khedira (r) freut sich mit Mario Gomez (l) über sein Tor zum 1:0.

Immerhin übernahmen die Bayern vom punktgleichen FC Schalke 04 den zweiten Platz. Die «Königsblauen» unterlagen beim immer stärker aufkommenden VfB Stuttgart mit 0:3. Die Schwaben rückten nach dem achten Pflichtspiel hintereinander ohne Niederlage an Position vier vor. Direkt dahinter gehört nach dem vierten Heimspielsieg in Serie beim 5:1 gegen Alemannia Aachen auch Arminia Bielefeld zum Top-Quintett.

An Bremen aber reicht keiner heran. Werder hat mit 27 Treffern - im Schnitt drei pro Partie - fast doppelt so viele Tore erzielt wie die Münchner (14) und die Schalker (11) zusammen. Geht die «Produktion» exakt so weiter, könnten die Bremer den Rekord des FC Bayern (101 in der Saison 1971/72) knacken. Für den Mainzer Clubchef Harald Strutz steht schon nach der neunten Runde fest: «Bremen wird Meister.» Davon wollen die Bayern jedoch nichts wissen. «Irgendwann werden wir Werder überholen, denn der erste Platz ist nicht der richtige für Werder», tönte Abwehrchef Daniel van Buyten.

Außer Bielefeld gehören auch Energie Cottbus und der 1. FC Nürnberg zu den Überraschungen der Saison. Mit Entschlossenheit und Teamgeist setzte Energie seinen Höhenflug bis in die Spitzengruppe fort und gewann gegen Hertha BSC mit 2:0. «Das war ein Beispiel dafür, wie man auch eine spielerisch bessere Mannschaft niederringen kann», meinte Energie-Trainer Petrik Sander. Er will sich aber nicht blenden lassen: «Wir werden immer um den Klassenverbleib spielen.» Ähnlich auf der Hut bleibt sein Nürnberger Kollege Hans Meyer, obwohl dessen Team nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund nun als einziges noch ungeschlagen ist.

Für den BVB war angesichts der Unruhe um Trainer Bert van Marwijk weniger der Punktgewinn als vielmehr der spielerische Aufschwung von Belang. «Das war ein wichtiges Signal nach den Wochen, die hinter uns liegen», meinte der niederländische Coach nach der «fußballerisch stärksten Leistung der Saison». BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke forderte nach dem Auftritt in Franken zwar eine «gewisse Nachhaltigkeit», stärkte van Marwijk aber nochmals den Rücken. «Gehen Sie davon aus, dass er im Januar den BVB auf die Rückrunde vorbereitet - und sie auch überlebt», erklärte er.

Aufatmen konnte auch Bayer Leverkusens Chefcoach Michael Skibbe. Mit dem 2:0 bei Borussia Mönchengladbach wurde der Sturz in die Abstiegszone verhindert und der erste Auswärtserfolg nach acht sieglosen Spielen auf fremdem Platz verbucht. «Wir sind nicht auf Wolke sieben. Der Sieg war Pflicht, denn wir haben immer noch zu wenig Punkte», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler erleichtert, jedoch ohne Überschwang. Nach der dritten Niederlage innerhalb einer Woche blickt nun Gladbach-Trainer Jupp Heynckes schwierigen Zeiten entgegen. «Wir hatten keine Mittel, Bayer zu knacken», stellte er fest. Das Pokal-Aus beim Drittligisten VfL Osnabrück und die Fan-Proteste hätten Spuren hinterlassen. «Gerade die jungen Spieler konnten das nicht verarbeiten», meinte Heynckes.

Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg (2:1 in Leverkusen) erhielt der Hamburger SV beim 0:0 gegen Hannover 96 wieder einer Dämpfer. «Ich hätte gedacht, dass wir einen Schritt weiter sind», sagte HSV-Coach Thomas Doll vier Tage vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Porto enttäuscht. «Wir haben noch einen weiten und harten Weg vor uns.»

Kandidat Nummer 1 für die nächste Trainer-Entlassung wird mehr und mehr Marcel Koller vom VfL Bochum. Allerdings räumte ihm die Clubführung des Aufsteigers nach dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg noch eine Schonfrist ein. «Es wird jetzt keine personellen Konsequenzen geben», sagte Bochums Manager Stefan Kuntz. Nach der vierten Niederlage im fünften Heimspiel gilt die Arbeitsplatz-Garantie für den Schweizer Koller beim Tabellenletzten aber wohl nur noch bis zur Partie bei Hannover 96. «Wir werden entscheiden, wenn die Niederlagen da sind», betonte Kuntz.

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben


Bundesliga Live

Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.

Fussball Manager

Fussball Manager - FussballCup

Fussball-Spruch des Tages

Gerhard Delling: Die haben den Blick für die Orte, wo man sich die Seele hängen und baumeln lassen kann.