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Klinsmann als designierter US-Coach mit DFB-Konzept

Hamburg - Weniger Geld, aber mehr Macht und die volle Unterstützung: Im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» will der designierte US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann jenes Konzept kopieren, das beim Deutsche Fußball-Bund (DFB) oft mit viel Skepsis verfolgt worden war.

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Nach Informationen der «Bild am Sonntag» wird der frühere Bundestrainer beim US-Verband einen Vierjahres-Vertrag bis nach der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erhalten. Sein Gehalt dürfte mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr zwar unter der DFB-Gage liegen, dafür soll Klinsmann als Teamchef aber mit allen Kompetenzen ausgestattet werden - und neben dem A-Team auch für die Olympia-Auswahl und den Nachwuchsbereich verantwortlich sein.

Im Gespräch

Jürgen Klinsmann ist als US-Trainer im Gespräch.

Die in der Bundesliga tätigen US-Legionäre haben das mögliche Engagement des Wahl-Kaliforniers, der nach mehreren Gesprächen als Wunschkandidat von US-Verbandschef Sunil Gulati für die Nachfolge von Bruce Arena gilt, schon einhellig begrüßt. «Es wäre sensationell, mit ihm zusammenzuarbeiten, ich halte unheimlich viel von ihm und seiner Art», sagte Kasey Keller der «Bild»-Onlineausgabe. Der Torwart von Borussia Mönchengladbach hat bei Tottenham Hotspur in der englischen Premier League noch mit Klinsmann zusammen gespielt und sich auch schon mit ihm an dessen Wohnsitz in Kalifornien getroffen.

Auch Steven Cherundulo von Hannover 96 spricht sich für den Deutschen aus. «Klinsmann wird die Mentalität der Amerikaner kennen und mögen. Er wohnt ja schon einige Jahre in den USA. Bei uns geht alles etwas lockerer zu, aber ich glaube, das hat er drauf», so der Verteidiger. Ein Vertragsabschluss mit dem 41-Jährigen wäre keine Überraschung. «Der Name ist schon lange im Gespräch», betont Cherundolo.

Auch ein ehemaliger Weggefährte wie Stefan Kuntz, mit Klinsmann 1996 Europameister geworden, äußerte sich zur Sache positiv: «Wenn er sich dafür entscheidet, kann man sich dem US-Verband nur gratulieren. Dort muss Jürgen nicht ständig Diskussionen über seinen Wohnsitz führen.» Rudi Völler, Klinsmanns Vorgänger beim DFB und heutiger Sportdirektor bei Bayer Leverkusen, beurteilt die Pläne zurückhaltender: «Die Amerikaner suchen einen neuen Coach, da kommt es Jürgen Klinsmann wahrscheinlich gelegen, da er auch in den USA wohnt. Es wird sich zeigen, ob er mit dem Team Erfolg haben wird. Das hängt auch immer mit der Qualität der Spieler zusammen.»

Klinsmann hatte in Interviews mit der amerikanischen Nachrichtenagentur ap und der «New York Times» Gespräche mit dem US-Verband bestätigt und sein Interesse an dem Traineramt bekundet. Joachim Löw, sein früherer Assistent und Nachfolger als deutscher Bundestrainer, bestätigte, dass das Thema für Klinsmann relevant sei. «Jürgen hat mir schon vor längerer Zeit sein Interesse am US-Job angedeutet. Ich kann mir gut vorstellen, dass er für die WM 2010 alle Energie reinlegt», sagte er der «Bild»-Zeitung.

Klinsmann soll nach der von ihm selbst gewünschten Auszeit nach der WM 2006 vom kommenden Jahr an wie beim DFB als Teamchef fungieren und in seinem Stab einen hauptamtlichen Coach wie Löw erhalten. Laut «Bild am Sonntag» ist der deutschstämmige Sigi Schmidt, den Klinsmann von seiner Beraterzeit bei den L.A. Galaxy in der Major-League-Soccer (MLS) kennt, der Favorit für diesen Posten. Zudem sei geplant, fünf bis sechs ehemalige Auswahl-Kicker für die Arbeit im Nachwuchsbereich einzustellen.

Das hatte «Klinsi» in seiner knapp zweijährigen Amtszeit beim DFB zum Teil auch so umgesetzt, war jedoch bei der Installierung von Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters als Sportdirektor an der Mehrheit der DFB-Spitzenfunktionäre gescheitert. Sie hievten statt des Klinsmann-Wunschkandidaten den Ex-Nationalspieler Matthias Sammer auf den Sportdirektor-Posten. Klinsmanns Unmut über diese Personalie gilt als ein Grund für seine nicht erfolgte Vertragsverlängerung beim DFB.

dpa

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