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Spielerstreik: Bolivien hat keine Nationalelf mehr

La Paz - Bolivien hat vorerst keine Fußball-Nationalelf mehr. Knapp einen Monat vor den letzten beiden Qualifikations-Spielen zur Weltmeisterschaft 2010 kündigte die Spieler-Gewerkschaft Fabol einen unbefristeten Boykott der Auswahl des Andenlandes an.

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Die früheren Nationalelf-Stars Milton Melgar und David Paniagua erklärten als Sprecher von Fabol, man protestiere mit der Maßnahme gegen die Krise im bolivianischen Fußball. Fabol fordert die Beteiligung der Profis bei der Umstrukturierung des Profifußballs, die finanzielle Unterstützung durch die Regierung und den Zusammenschluss von Fußball- und Ligaverband sowie der nationalen Sportbehörde unter dem Dach einer zentralen Organisation.

Der bolivianische Fußball macht eine der schwersten Krisen seiner Geschichte durch. Die meisten Vereine sind völlig überschuldet. Die Clubs aus La Paz, Santa Cruz, Potosi und Cochabamba können mit der Konkurrenz in Südamerika nicht mehr mithalten. Erst vor einer Woche hatte die linksnationalistische Regierung des indiostämmigen Staatschefs Evo Morales eine «Verstaatlichung» des Profifußballs in Aussicht gestellt. Dies würde allerdings auf den Widerstand des Fußball-Weltverbandes FIFA stoßen.

Die Misere spiegelt sich auch in der Leistung der Nationalelf wider. Mit nur zwölf Punkten aus 16 Begegnungen belegen die Bolivianer in der südamerikanischen WM-Qualifikation nur den neunten und vorletzten Tabellenplatz. «Die Lage ist katastrophal», klagte Paniagua.

Eine Reaktion des Verbandes auf den Boykott gab es vorerst nicht. Medien fragten sich unterdessen, ob der Verband im Oktober die Qualifikations-Spiele gegen Rekordweltmeister Brasilien und gegen Peru mit Amateuren bestreiten wird oder aber die Mannschaft zurückzieht.

dpa

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