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Herthas Trauerspiel: Nun auch in Europa ganz unten

Berlin - Das Trauerspiel geht weiter - eine völlig verunsicherte Berliner Hertha steht nun auch in der Europa League ganz unten. Das total aus der Spur geratene Bundesliga-Schlusslicht verlor das dritte Gruppenspiel gegen den SC Heerenveen, mit 0:1 (0:1).

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Die Berliner bleiben nach der Pleite auf dem letzten Platz der Gruppe D. Der letzte Pflichtspielsieg der desolaten Hauptstädter liegt inzwischen fast zwei Monate zurück. Für eine baldige Besserung gab es auch bei der Niederlage gegen den harmlosen niederländischen Fußball-Pokalsieger kaum Anzeichen. Und in der Liga droht zu Hause gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg die neunte Pleite nacheinander.

Hertha BSC - SC Heerenveen

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Heerenveens Hernan Losada (Mitte) überwindet Hertha-Schlussmann Sascha Burchert.

Hernan Losada traf vor der Mini-Kulisse von 13 134 Zuschauern in der 36. Minute für den Gast, der fast die gesamte letzte Viertelstunde nach der Roten Karte für den kurz zuvor eingewechselten Daryl Janmaat (76.) in Unterzahl bestritt. In der Nachspielzeit verlor Hertha noch Patrick Ebert nach Gelb-Rot wegen einer Unsportlichkeit. Große Aufregung dann noch in der sechsten Minute der Nachspielzeit: Raffaels Freistoß aus 18 Metern wehrte ein Niederländer mit der Hand ab, doch der Strafstoß-Pfiff von Schiedsrichter Costas Kapitanis (Zypern) blieb trotz wütender Berliner Proteste aus.

Bereits im Rückspiel am 5. November in Heerenveen könnte die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel in der Gruppenphase der Europa League vor dem Aus stehen. Sporting Lissabon führt nach dem 2:1 (1:0) bei FK Ventspils mit 9 Punkten vor Heerenveen (4), Ventspils (2) und Berlin (1).

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«Heute war die Einstellung größtenteils wieder da, aber wir haben das Tor wieder aus dem Nichts bekommen. Größtenteils ist es eine Kopfsache», sagte Kapitän Arne Friedrich. «Wir haben gesehen, dass es in der Mannschaft stimmt, alle füreinander laufen. Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit in den Aktionen», meinte Aktivposten Patrick Ebert, der zu seinem Platzverweis sagte: «Ich habe vergessen, dass ich schon Gelb hatte. Eine blöde Aktion von mir.»

Die Hertha begann engagiert, doch nach der ersten Chance durch Adrian Ramos (4.) kam nicht mehr viel. Keinem Herthaner war das Bemühen abzusprechen, aber als Mannschaft trat die Elf auf dem Platz nicht auf. Der einzig gute Spielzug der biederen Gäste - seit acht europäischen Spielen sieglos - führte zum 0:1. Nemanja Pejcinovic verschätzte sich völlig bei einer Heerenveener Flanke, Losada konnte nach Zuspiel von Gäste-Kapitän Michel Breuer völlig unbedrängt einschieben. Cicero (43./45.+1) hatte kurz vor der Pause gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß.

Bezeichnend für die Hertha-Misere war Angreifer Artur Wichniarek, dem übermotiviert zunehmend weniger gelang und dessen Auswechslung in der Pause von den Berliner Fans mit Applaus begleitet wurde. Ein Pfostenschuss von Michal Papadopulos (55.) hätte fast die Vorentscheidung gebracht. Die Gäste begnügten sich, den Vorsprung zu verwalten.

Berlin stemmte sich gegen die Niederlage. Die Einwechslung von Raffael und des wegen seiner Länderspiele geschonten Gojko Kacar brachte mehr Zug ins Spiel, beide dürften gegen Wolfsburg in der Startelf stehen. Doch Möglichkeiten durch Ebert (70.), Lustenberger (76.), Ramos (81.) und Raffael (86.) blieben ungenutzt. Heerenveen brachte den Sieg auch nach Rot für Janmaat wegen groben Foulspiels nach Hause. In der hektischen Nachspielzeit sah Herthas Ebert nach einer Unsportlichkeit Gelb-Rot.

dpa

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