Dienstag, 27. Oktober 2009 / 14:31 Uhr
Paderborn - Als die Bielefelder Spieler auf dem Rasen durch die Paderborner Nacht tanzten, erkannte der Arminen-Präsident nach dem siebten Sieg in Serie ein außergewöhnliches Wetterphänomen:
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«Zurzeit sind wir ganz sicher auf Aufstiegskurs. Es gibt momentan nichts Negatives. Über der Schüco Arena scheint die Sonne», meinte Hans-Hermann Schwick nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg im Ostwestfalen-Derby beim SC Paderborn. Nach dem siebten Streich hat der Zweitliga- Tabellenführer bereits seit 581 Minuten kein Gegentor kassiert. «Arminia ist nicht umsonst Erster. Sie haben überragende Qualität», zollte Paderborns Coach Andre Schubert Respekt.
Zwei Akteure haben nur fünf Monate nach dem Abstieg wieder Licht in den grauen Bielefelder Fußball-Alltag gebracht. «Thomas Gerstner hat hier sehr positive Stimmung verbreitet und sofort Selbstvertrauen eingeimpft», lobte Schwick den neuen Trainer. Der «Glücksfall» (Schwick über Gerstner) hat es geschafft, besonders Giovanni Federico neues Zutrauen in seine Fähigkeiten zu vermitteln. «Ich habe einfach wieder Spaß am Fußball. Man merkt es im Team, das wir ein verschworener Haufen sind», erklärte der überragende Spieler nach der Vorarbeit zum 1:0 durch André Mijatovic (33.) und seinem achten Saisontreffer (78.).
Einzig die Verletzung von Verteidiger Markus Bollmann, der sich das linke Schlüsselbein brach operiert werden muss, trübte die Arminen-Freude. «Für seine Gesundheit würde ich den Sieg eintauschen», sagte Gerstner.
Nach enttäuschenden Jahren bei Borussia Dortmund und dem Abstieg mit dem Karlsruher SC im Sommer knüpft Federico wieder an die Leistungen aus der Saison 2006/07 an, als er Torschützenkönig und Topscorer der zweiten Liga wurde. «Mit Giovanni muss man nicht viel machen. Er ist ein exzellenter Fußballer», erklärte Gerstner. Auch gegen Paderborn nutzte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler für seine Vorstöße erneut die Räume, die sich in der höchsten Spielklasse nur selten bieten. «Er hat Karlsruhe zum Aufstieg geschossen. Mit dieser Hoffnung haben wir ihn verpflichtet. Er begreift Bielefeld als Chance und diese Rechnung scheint für beide Seiten voll aufzugehen», sagte Schwick.
Auch das häufig vorgeworfene Phlegma scheint Federico in Bielefeld überwunden zu haben. Vor zwei Wochen war er an Gürtelrose erkrankt und durfte zehn Tage lang nicht trainieren. «Man muss den Hut ziehen, wenn einer so lange raus ist und dann die Bereitschaft zeigt, sich zu quälen», lobte Gerstner. Und so ist wie im gesamten Club mit dem Spaß auch bei Federico wieder das Selbstbewusstsein zurückgekehrt: «Richtig in Form war ich noch nicht. Ohne die Pause hätte ich vielleicht das ein oder andere Tor mehr geschossen», meinte er.
dpa
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