Freitag, 6. November 2009 / 10:43 Uhr
Bremen - Keine Feier, kein Jubel: Sachlich und nüchtern reagierten die Bremer auf den frühestmöglichen Einzug in die Zwischenrunde der Europa League. Zu schwach war die Vorstellung der Werder-Profis, zu glücklich das 2:0 (0:0) gegen Austria Wien, als dass große Begeisterung aufkommen konnte.
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«Das war kein Abend für Künstler», fasste Clubchef Klaus Allofs das nur mäßig vergnügliche Geschehen zusammen. Drastischer formulierte es Torwart Tim Wiese als bester Bremer: «Wir haben absolut scheiße gespielt.»
Gleichwohl dürfen die Bremer zufrieden sein - als bisher einziger Fußball-Bundesligist sicherte sich der Club das Überwintern in einem europäischen Wettbewerb und blieb nunmehr im 18. Pflichtspiel hintereinander ungeschlagen. Am 8. November soll in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund die beeindruckende Serie fortgesetzt werden.
«Wir wollen die beiden Spiele gewinnen», sagte Allofs zu den verbleibenden Partien in der Gruppenphase des neuen europäischen Wettbewerbs: «Es geht auch um Platz eins.» Im Heimspiel gegen Funchal und in der abschließenden Begegnung in Bilbao können die personell geschwächten Hanseaten nun Personal und Kräfte schonen, auch wenn Trainer Thomas Schaaf pflichtbewusst versicherte: «Wir werden das nicht als Testspiele ansehen.»
Schaaf besitzt nun die Möglichkeit, lange verletzte Spieler schonend aufzubauen. «Das wird das Hauptthema sein, wer wieweit einsetzbar ist», sagte der Coach. Daniel Jensen gab nach sieben Monaten sein Comeback, Hugo Almeida nach zwei Monaten. Zu den derzeit fehlenden Profis gehören Kapitän Torsten Frings und Torjäger Claudio Pizarro, deren Ausfälle gegen Austria deutlich sichtbar waren.
Nur mit viel Glück und dank eines überragenden Wiese bauten die Bremer ihre beeindruckende Serie aus. «Austria Wien war die bessere Mannschaft», gab der in Weltklasse-Form haltende Keeper zu. Mehrfach verhinderte Wiese die Führung der Gäste aus Österreich, ehe Tim Borowski (81. Minute) und Hugo Almeida (84.) die Tore erzielten. Dusel hatten die Bremer auch, weil Schiedsrichter Johannesson (Schweden) Borowoskis Abseitsstellung beim Führungstreffer nicht sah und den Wienern einen klaren Elfmeter verweigerte.
«Normalerweise verlierst du so ein Ding, aber bei unserem Glück momentan passiert das einfach nicht», sagte Wiese. Und der Bremer Keeper forderte angesichts des Dortmund-Spiels: «Dieses Larifari-Gekicke muss endlich wieder ein Ende haben. Wir dürfen nicht wieder in alte Zeiten verfallen.»
Auch Schaaf wusste, wem er den Sieg zu verdanken hatte. «Wir wissen ja: Da ist einer hinten drin, der uns den Rücken freihält», lobte er den seit Wochen starken Keeper. Dem Trainer war nicht entgangen, dass seinem Team vorne das Durchsetzungsvermögen fehlte und «hinten teilweise fahrlässig gespielt» wurde.
dpa
2 Kommentare | Kommentare verstecken
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Johannes B. Kerner: Was nützt die schönste Viererkette, wenn Sie anderweitig unterwegs ist.
1. Chris818 schrieb am 06.11.2009 um 00:36:39:
Bremen hat nun mal den Dusel was Bayern zur Zeit fehlt....
2. urti schrieb am 06.11.2009 um 10:22:25:
Als Austrianer hab ich das Spiel gestern in TV miterlebt. Ein Remis wäre mehr als gerecht gewesen. Tja Tore die man nicht schießt bekommt man eben... Wahnsinn was Wiese alles gehalten hat! Trotzdem bleibt eins...Austria hat zwar verloren, aber dafür einen Spieler gewonnen(Es war das 1. Pflichtspiel für Leovac, für mich einer(wenn nicht der Beste)Austrianer)!
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