Mittwoch, 22. November 2006 / 12:57 Uhr
Karlsruhe Für Renate Lingor schließt sich beim Länderspiel der deutschen Fußball-Frauen gegen Japan der Kreis. Die dribbelstarke Mittelfeldspielerin vom 1. FFC Frankfurt spielte schon einmal im Karlsruher Wildparkstadion.
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Bereits Mitte der 80er Jahre war die heute 31-Jährige den Weg aus den Katakomben gegangen - vor dem Spiel gegen den FC Bayern München. Es war allerdings nicht ihr Gegner, es war der Kontrahent der Bundesligaprofis des Karlsruher SC und Renate Lingor bestritt nur das Vorspiel. Gemeinsam mit den Jungen der D-Jugend des KSC, dessen Trikot sie drei Jahre lang trug. «Ich war sehr aufgeregt beim Einlaufen, später habe ich aus fünf Metern einen Ball übers Tor geschossen», erinnert sie sich an ihren wenig rühmlichen Auftritt.
Renate Lingor schießt 2005 bei der EM gegen Frankreich einen Freistoß.
Zwei Jahrzehnte später will sie vor heimischen Publikum eine bessere Figur abgeben. «Ich hoffe, dass mir das bei meinem zweiten Spiel im Wildpark nicht noch einmal passiert», sagt sie und hat sich vorgenommen, vor den erwarteten 10 000 Zuschauern weiter Werbung für den Frauen-Fußball zu betreiben. Die 120-malige Nationalspielerin kann auf eine lange Chronik internationaler Erfolge zurückblicken: Weltmeisterin 2003, Europameisterin 2001 und 2005 und Olympia-Bronze 2000 und 2004. In Athen schoss sie im Spiel um den dritten Platz das entscheidende 1:0 gegen Schweden.
Die gebürtige Karlsruherin will bei der Weltmeisterschaft in China im kommenden Jahr mit ihrer Mannschaft die Titelverteidigung in Angriff nehmen: «Zumindest wollen wir das Endspiel erreichen und wenn möglich auch gewinnen.» Dafür wird das Spiel gegen die Japanerinnen ein guter Test sein. Schließlich bezog Deutschland die einzige Niederlage 2006 (0:1 gegen China) ausgerechnet gegen ein Team aus Asien. «Die Asiatinnen im Allgemeinen haben sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Und die Japanerinnen sind von jeher dafür bekannt, auf einem technisch hohen Niveau zu spielen», sagt Renate Lingor.
«Das wird eine echte Herausforderung für uns werden», erwartet auch Bundestrainerin Silvia Neid ein schweres Spiel. Fehlen werden Stammtorhüterin Silke Rottenberg (Frankfurt/Entzündung im Beckenmuskel), Abwehrspielerin Sandra Minnert (Bad Neuenahr/Schambeinverletzung) und die Wolfsburger Stürmerin Martina Müller (Steißverletzung). Für das verletzte Trio rückten Ursula Holl (Frankfurt), Jennifer Zietz und Conny Pohlers (beide Potsdam) nach.
Erstmals nach ihrem im August erlittenen Innenbandriss im Knie ist Angreiferin Anja Mittag (ebenfalls Potsdam) wieder dabei. Die Duisburgerin Sonja Fuss erhält in der Abwehr eine neue Bewährungschance. Auf Steffi Jones verzichtete Neid wegen Trainingsrückstands. Mit der Partie in Karlsruhe beginnt für die 42 Jahre alte Trainerin gleichzeitig die WM-Vorbereitung: «Im Dezember ein Leistungstest, danach das Vier-Nationen-Turnier in China im Januar und der Algarve-Cup im März. Dann werde ich den erwarteten Kader von 32 Spielerinnen in meinem Kopf auf 24 reduzieren.»
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Olaf Thon: In erster Linie stehe ich voll hinter dem Trainer, in zweiter Linie hat er recht.
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