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Stadionverbote nach Todesschuss auf PSG-Fan

Paris - Nach dem tödlichen Schuss eines schwarzen Polizisten auf einen Hooligan gerät der französische Fußballverein Paris Saint-Germain (PSG) wegen seiner rassistischen Fans zunehmend unter Druck.

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Erboste Anwohner des Prinzenpark-Stadions forderten die Auflösung des Erstliga-Clubs. Zeitungen attackierten den PSG als «Verein der Schande» und warfen der Vereinsführung vor, rechtsradikale Gewalttäter zu dulden. «Das ist die düsterste Stunde des PSG», sagte Club-Präsident Alain Cayzac. «Ich schäme mich.»

Protest

Zugehörige zur harten Fan-Szene von Paris St. Germain protestieren am Stadion.

Frankreich greift nun hart gegen Hooligans durch. Innenminister Nicolas Sarkozy forderte nach einer Krisensitzung mit Fußballvereinen und Pariser Fanclubs die Präfekten auf, Listen mit Störern zu erstellen, die Stadienverbote erhalten sollen. Fanclubs, die in der Sicherheitsfrage nicht mit der Polizei und Justiz kooperieren, sollen verboten werden können. «Wir wollen die rassistischen Elemente aus den Stadien fegen», sagte Sarkozy. «Wir wollen keine Nazi-Grüße und keine Affenschreie, wenn schwarze Spieler den Ball berühren.»

Der PSG-Sicherheitschef Jean-Philippe d'Hallivillée gestand ein, dass das Gewaltproblem bei den Fanclubs nicht gelöst sei, wies eine Verantwortung des Vereins aber zurück. «Das ist die Tat einer Minderheit», sagte er dem «Parisien». «Wenn 40 000 Menschen zusammenkommen, ist man niemals sicher.» Die Tat habe sich außerhalb des Stadions zugetragen.

Nach dem UEFA-Pokal-Spiel gegen Hapoel Tel Aviv (2:4) am 23. November hatten 150 PSG-Fans Jagd auf Anhänger des israelischen Vereins gemacht. Sie hetzten dabei auch einen Polizisten in Zivil, der einen verfolgten französischen Anhänger von Hapoel beschützen wollte. Die gewaltbereiten Fans riefen nach Angaben von Zeugen «Frankreich den Franzosen» und «dreckiger Jude» sowie «dreckiger Neger, dich bringen wir um». Der Polizist wehrte sich zunächst mit Tränengas und gab schließlich einen Schuss ab, der einen 24-Jährigen tötete. Ein 26-jähriger Fans wurde bei dem Vorfall schwer an der Brust verletzt.

Der Pariser Staatsanwalt Jean-Claude Marin bescheinigte dem Polizisten eine «bemerkenswerte Kaltblütigkeit». Der Beamte habe beim Schutz des jüdischen Fans Mut bewiesen und nur einmal gefeuert, nachdem er einen Tritt in den Bauch bekommen und zu Boden geworfen worden sei. Gegen ihn wurde wie in solchen Fällen in Frankreich üblich ein Ermittlungsverfahren wegen «tödlicher Gewalt mit Waffen» im Zustand «legitimer Selbstverteidigung» eingeleitet.

Der Polizist sowie mehrere Gewalttäter wurden vorläufig inhaftiert. D'Hallivillée erklärte, die identifizierten Gewalttäter erhielten Stadionverbot. Der Verein habe im Stadion durchgegriffen. Deshalb verlagere sich die Gewalt nach außen. Marin erklärte, die Behörden hätten die UEFA-Pokal-Begegnung «als Risikospiel eingeschätzt» und 700 Polizisten aufgeboten gehabt.

dpa

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