Donnerstag, 26. November 2009 / 11:01 Uhr
Moskau - Der Glaube an die eigene Stärke ist ungebrochen. Obwohl der deutsche Fußball-Meister VfL Wolfsburg den vorzeitigen Achtelfinaleinzug in der Champions League vergab, war nach dem unnötigen 1:2 bei ZSKA Moskau von Katerstimmung nur kurz etwas zu spüren.
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Der Blick von Misimovic & Co richtete sich bereits wieder nach vorne: Im «Alles-oder-Nichts-Spiel» am 8. Dezember gegen den schon für die K.o.-Spiele qualifizierten englischen Champion Manchester United wollen die «Wölfe» nun Vereinsgeschichte schreiben. «Jetzt haben wir gegen Manchester ein absolutes Endspiel. Wir glauben an uns und wollen diese große Möglichkeit nutzen», sagte Spielmacher Zvjezdan Misimovic. Er hatte trotz der Niederlage Grund zur Freude: Seine Frau brachte während des Spiels Sohn Niko zur Welt.
Wolfsburgs Tormann Diego Benaglio (l) kann den Ball des Moskauer Tomas Necid nicht halten.
Auch Trainer Armin Veh sieht die Chancen der «Wölfe», sich als Debütant der Königsklasse für die Runde der letzten 16 zu qualifizieren, nach wie vor intakt. «Wir sind immer noch im Rennen, haben unser Weiterkommen in der eigenen Hand», meinte der Fußballlehrer, der nach dem Negativerlebnis nun sein Team schnell für die Bundesliga wieder aufrichten muss.
Liefern die Wolfsburger in der Liga eine zweite Halbzeit wie in der russischen Hauptstadt ab, dürfte für sie jedoch nichts zu holen sein. Veh konnte in Moskau nur den Kopf schütteln. Zu passiv, zu kampfschwach hatten sich seine Spieler vor allem in den zweiten 45 Minuten präsentiert. «Wir haben uns quasi selbst geschlagen», so Veh.
Dabei hatten die «Wölfe» alle Trümpfe in der Hand. Bereits in der 19. Minute brachte Torjäger Edin Dzeko vor den nur 13 478 Zuschauern im riesigen Luschniki-Stadion mit der ersten nennenswerten Wolfsburger Aktion seine Elf in Führung. Nach feinem Pass von Sturmpartner Obafemi Martins, der den gesperrten Grafite ersetzte, ließ der Bosnier dem russischen Nationaltorwart Igor Akinfejew keine Chance. Und in der 32. Minute hätte Spielmacher Misimovic endgültig die Weichen auf Achtelfinale stellen können, als er aus vollem Lauf einen Schuss knapp über das Moskauer Gehäuse setzte.
Dabei war ZSKA in der ersten Halbzeit erschreckend harmlos. Nur vom serbischen Spielgestalter Milos Krasic ging bei Sololäufen Gefahr aus. Zudem konnte sich der VfL auf seinen Schlussmann Diego Benaglio verlassen, der kurz vor dem Pausenpfiff eine Riesenchance von Verteidiger Alexei Beresutski zu Nichte machte.
Doch statt nachzulegen und die Entscheidung zu suchen, beschränkten sich die «Wölfe» auch in der zweiten Halbzeit auf einige wenige Konter. Und fast wäre diese Taktik auch aufgegangen: In der 53. Minute verlängerte Dzeko einen Martins-Schuss aus kurzer Distanz über die Linie - allerdings aus dem Abseits. Veh machte seinem Stürmer aber keinen Vorwurf und sprach von einem «Reflex».
Stattdessen kamen die Gastgeber immer besser ins Spiel und die «Wölfe» luden die Russen quasi zum Toreschießen ein. Das nahmen Tomas Necid (58.) und Krasic (66.) dankend an. «Wir haben uns zu sicher gefühlt. Wir hätten hier mehr mitnehmen können», analysierte Misimovic. Veh ist mit Blick auf den 8. Dezember klar: «So können wir gegen Manchester nicht bestehen.»
dpa
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