Mittwoch, 2. Dezember 2009 / 12:50 Uhr
Riga - Erst nervtötende Pflicht, jetzt Mittel gegen alle Wunden: Für Hertha BSC hat der Europa-League-Auftritt bei Lettlands Vizemeister FK Ventspils enorm an Bedeutung gewonnen.
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Ein Erfolg könnte dem abgeschlagenen Tabellen-Letzten der Fußball-Bundesliga neben frischem Selbstvertrauen schon das Weiterkommen und dringend benötigte Einnahmen sichern. Die Berliner brauchen zum vorzeitigen Einzug in die Runde der letzten 32 aber einen gleichzeitigen Sieg von Tabellenführer Sporting Lissabon über den SC Heerenveen.
Der mit 33 Millionen Euro verschuldete Krisen-Club will trotz gestiegener Schulden im Winter neue Spieler holen, um dem Sturz in die Zweitklassigkeit zu entrinnen. Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller spricht von einer Million Euro, die das Weiterkommen in Europa bescheren würde. Darauf können die Berliner nicht verzichten.
Im Europapokal hat Hertha, das in der Bundesliga nur das erste von 14 Saisonspielen gewann, immerhin zwei Erfolge eingefahren. Trainer Friedhelm Funkel meint: «Natürlich hat die Bundesliga für uns momentan Priorität. Allerdings möchten wir auch die Chance nutzen, weiterhin international zu spielen.» Funkel räumt ein, dass auch ihn seine bisher schwerste Aufgabe mitnimmt: «Es geht mir schon sehr nah. Es ist nicht immer so, wie es nach außen aussieht.» Der erfahrene Coach lud seine Schützlinge kurzerhand in ein Literaturcafé ein, statt sie im Berliner Dauerregen zu scheuchen.
Die Trendwende war auch nach dem 3:2 in Heerenveen vor vier Wochen ausgeblieben. Damit haben die Berliner in ihrer Gruppe im direkten Vergleich aber die Nase vor den punktgleichen Niederländern. Im Hinspiel gegen Ventspils war im Olympiastadion nur ein trostloses 1:1 gelungen. Funkel muss in Riga auf Kapitän Arne Friedrich verzichten, dafür ist Patrick Ebert nach seiner Grippe wieder dabei. Auch die zuletzt angeschlagenen Nemanja Pecinovic und Lukasz Piszczek flogen mit in die lettische Hauptstadt.
Das Rückspiel wird wegen der einstündigen Zeitverschiebung erst um kurz nach 22.00 Uhr Ortszeit im 9000 Zuschauer fassenden Skonto-Stadion von Riga angepfiffen, wohin Ventspils aus seiner Mini-Arena ausweichen muss. In bisher sieben Europapokal- Auftritten in Riga gelang noch kein Sieg. Die Gastgeber, deren italienischer Trainer Nuncio Zavettieri sich im Hinspiel bitter über den vermeintlich fehlenden Respekt in Berlin beklagt hatte, sind zudem seit dem Ende der heimischen Meisterschaft am 8. November ohne Spielpraxis. Immerhin: Vor vier Wochen trotzte die defensivstarke Mannschaft ohne bekannte Namen auch Sporting in Lissabon ein 1:1 ab.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
FK Ventspils: Kolinko - Tschirkin, Mihadjuks, Zamperini, Hodel - Laizans - Ndeki, Zigajevs, Kosmacovs, Tigirlas - Gauracs
Hertha BSC: Drobny - Piszczek, Kakà, von Bergen, Pejcinovic - Lustenberger, Cicero - Raffael, Kacar, Nicu - Ramos
Schiedsrichter: Vad (Ungarn)
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
1. j unit schrieb am 02.12.2009 um 14:01:45:
ohoh
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