Donnerstag, 3. Dezember 2009 / 12:27 Uhr
Hamburg - Nach dem Einzug in die K.o.-Runde der Europa League durch das 2:0 über Rapid Wien hat HSV-Torwart Frank Rost den Blick wieder auf die Fußball-Meisterschaft gerichtet. «Am Wochenende müssen wir in der Bundesliga von vorn anfangen. Da müssen wir drei Punkte holen», sagte er.
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Für den Erfolg gegen den österreichischen Hauptstadtclub «kannst du dir gar nichts kaufen», betonte der Keeper, der mit dem Hamburger SV vorzeitig in die Runde der besten 32 Mannschaften gestürmt ist.
Die Hamburger Marcus Berg (m) und Marcell Jansen (r) jubeln nach dem 2:0 für den HSV durch Berg.
Seine Teamkameraden wollten sich zunächst aber eine Prise Freude gönnen. «Nach sechs Spielen endlich wieder mal ein Sieg. Das tut gut», bekannte Jerome Boateng. Nationalmannschaftskollege Marcell Jansen, auffälligster Akteur auf dem Platz, jubelte: «Heute sind wir belohnt worden. Das gibt Kraft.» Erleichterung hatte auch Trainer Bruno Labbadia erfasst. «Das war sehr, sehr wichtig», gestand der Coach. «Wie die Mannschaft alle Ausfälle weggesteckt hat - Riesenkompliment.»
Da mittlerweile nahezu mehr gestandene Kicker im Lazarett, denn auf dem Rasen zu finden sind, ist Labbadia zum permanenten Umbau seiner Mannschaft gezwungen. Klagen hat er sich abgewöhnt. «Ich nehme die, die da sind», lautet seine pragmatische Antwort. Bisweilen sind das auch U-23- und A-Jugendspieler. Diesmal sprangen die Reservisten Tomas Rincon und Robert Tesche in die Bresche, zeigten bemerkenswerte Qualitäten und forderten den Trainer damit auf, ihnen ruhig häufiger zu vertrauen.
Ein Rückkehrer wurde gefeiert wie ein Pop-Star. Als Mladen Petric nach achtwöchiger Verletzungspause in der 76. Minute das Spielfeld betrat, empfingen ihn die Zuschauer mit ergreifenden Sympathie- Bekundungen. «Das war überwältigend. Das Gefühl wird mir über das Karriereende hinaus in Erinnerung bleiben», berichtete der Kroate gerührt. Labbadia zügelte jedoch die Erwartungen an den Torjäger. «Die 15 Minuten gegen Rapid waren mehr, als er bisher im Training bringen konnte. Wir müssen ihn in der Winterpause fit kriegen», mahnte der 43-Jährige, räumte jedoch ein: «Er hat uns gutgetan.»
Was mit einem 0:3 in Wien katastrophal begann, kann für die Hamburger beim Finale der Europa-League-Gruppenphase erfreulich enden. Als Tabellenführer der Gruppe C reisen die Norddeutschen am 17. Dezember zum Zweiten Hapoel Tel Aviv. Ein Remis reicht für den Verbleib an der Spitze und das Privileg, in der nächsten Runde den Champions-League-Absteigern aus dem Weg zu gehen. Da lauern Großkaliber wie der FC Liverpool und Atletico Madrid, eventuell auch Bayern München oder der AC Mailand. «Wir werden alles tun, das zu vermeiden», versprach Labbadia.
Nun wollen die Hamburger auch in der Bundesliga den langersehnten Dreier einfahren. «Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, müssen immer so weitermachen. Wir müssen dranbleiben», beschwor Jansen seine Teamkameraden vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim.
dpa
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