Sonntag, 6. Dezember 2009 / 09:45 Uhr
Wolfsburg - Der Meister fühlte sich mal wieder betrogen. Obwohl dominierend wie noch nie in dieser Bundesliga-Saison musste sich der VfL Wolfsburg gegen den SC Freiburg mit einem mageren 2:2 (1:1) begnügen.
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Nach dem dritten sieglosen Heimspiel gegen einen Aufsteiger hatten Fußball-Lehrer Armin Veh & Co. auch schnell einen Buhmann für das Malheur ausgemacht: Schiedsrichter Guido Winkmann aus Kerken. Bei beiden Toren der Breisgauer hatte der Unparteiische aus Sicht der «Wölfe» mit seinen Entscheidungen falsch gelegen und ihnen so den verdienten Sieg vermasselt. «Freiburg hatte eine Chance und macht zwei Tore. Das war wieder eine Klasse-Leistung des Referees», meinte Veh nach dem Abpfiff süffisant. «Es ist teilweise unerträglich, was in dieser Beziehung bei uns momentan abgeht.»
Wolfsburgs Makoto Hasebe (l) und Andrea Barzagli beschweren sich beim Schiedsrichter Guido Winkmann.
Nimmt man die nackten Zahlen, hätten die Niedersachsen gegen die erschreckend schwachen Gäste den höchsten Saisonsieg einfahren müssen. Ein gutes Dutzend hochkarätiger Torchancen, darunter zwei Lattentreffer, 28:5 Torschüsse, 10:0 Ecken, 48:5 Flanken und 74 Prozent Ballbesitz - deutlicher kann man ein Spiel nicht im Griff haben. Während der ersatzgeschwächte SC offensiv praktisch nicht stattfand, attackierte Wolfsburg pausenlos das gegnerische Tor. Einzig die entscheidenden Treffer wollten nicht fallen, auch weil SC- Keeper Simon Pouplin fast alles hielt. «Das war heute ein mehr als glücklicher Punkt», gab SC-Coach Robin Dutt zu.
«Wir haben eine ganz starke Leistung abgeliefert, ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen, außer bei der Chancenverwertung», sagte Veh, dessen Team sich weiter nur im Tabellenmittelfeld wiederfindet und zudem die Generalprobe für das entscheidende Gruppenspiel in der Champions League gegen Manchester United verpatzte.
Der VfL, für den der Freiburger Felix Bastians (27.) mit einem Eigentor sowie «Joker» Fabian Johnson (81.) trafen, fühlte sich vor 27 822 Zuschauern sowohl beim 0:1 durch Mohamadou Idrissou (19.) als auch beim mehr als fragwürdigen Elfmeter, den Ivica Banovic (51.) zum 1:2 verwandelte, benachteiligt. «Ich dachte, ich bin im falschen Film. Aber es ist ja Weihnachtszeit und Freiburg hat heute zwei Geschenke gekriegt», meinte Sascha Riether. Und er hatte Recht: Bei seinem ersten Treffer nach 669 Minuten kam Idrissou aus dem passiven Abseits und griff ins Geschehen ein - also ein irreguläres Tor.
Auch beim zweiten Tor wussten die Wolfsburger nicht, wie ihnen geschah. Beim Lauf aufs Tor stolperte Daniel Caligiuri - verfolgt von Marcel Schäfer - über seine eigenen Beine und kam im Strafraum zu Fall. Winkmann, der sich nach Spielende nicht äußerte, wollte ein Foul gesehen haben und entschied auf Elfmeter. Die Fernsehbilder brachten aus verschiedenen Perspektiven keinerlei Berührung der Beiden zutage. «Ich hab da gar nichts gesehen. Wir werden momentan ziemlich intensiv benachteiligt», wetterte Veh. Laut Caligiuri war «eine Berührung definitiv da, ich stolpere, aber letztlich ist es Sache des Schiris».
Von der Heimdominanz des VfL, der in seinem Meisterjahr zu Hause ungeschlagen blieb, ist nichts mehr zu sehen. Von möglichen 24 wurden nur elf Punkte geholt. Doch spätestens gegen ManU soll die Volkswagen-Arena wieder zur Festung und das Weiterkommen in die K.o- Runde geschafft werden. «Wir werden alles geben», versprach Grafite.
dpa
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Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
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