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Lingor auf den Spuren von Prinz

Frankfurt - Oft steht sie im Schatten der «großen» Birgit Prinz. Doch wenn Renate Lingor ihre Mitspielerin als Weltfußballerin ablösen würde, wäre das ein verdienter Lohn.

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Die 31 Jahre alte Spielgestalterin ist seit Jahren Dreh- und Angelpunkt der deutschen Nationalmannschaft und beim Bundesligisten 1. FFC Frankfurt. «Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich freue mich riesig. Das wird bestimmt ein schöner Abend in Zürich», sagte Lingor, die neben Kristine Lilly (USA) und der Brasilianerin Marta bei der FIFA-Gala am 18. Dezember in Zürich zu den Nominierten zählt.

Übersicht

Renate Lingor in Aktion.

Die überragende Technikerin kurbelt das Spiel häufig aus dem defensiven Mittelfeld an, erinnert dabei ein wenig an Michael Ballack. «Sie ist eine wunderbare Spielerin. Mit ihrer Kreativität sorgt sie immer wieder für Überraschungsmomente. Sie spielt geniale Pässe und kann ein Team mitreißen», sagte die frühere Bundestrainerin Tina Theune-Meyer.

Auch der Präsident des deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, freut sich für «Idgie», wie Lingor genannt wird. «Sie ist eine tolle Fußballerin und gleichzeitig ein Idol für viele jungen Spielerinnen», lobte Zwanziger. Dass Lingor, die im Vorjahr Fünfte bei der FIFA-Wahl wurde, nun den Sprung unter die letzten Drei geschafft hat, sei eine «Ehre für den DFB und ihren Verein».

Zum Fußball kam die gebürtige Karlsruherin als Sechsjährige durch ihren älteren Bruder. Mitte der 80er Jahre bestritt sie mit den Jungen der KSC-D-Jugend ein Vorspiel gegen Bayern München im Wildparkstadion. «Ich war sehr aufgeregt. Später habe ich aus fünf Metern den Ball über das Tor geschossen», erinnert sich Lingor.

Der große Durchbruch gelang ihr 1997 beim 1. FFC Frankfurt. Mit den Hessinnen feierte die 1,66 Meter große Dribbelkünstlerin fünf deutsche Meistertitel und Pokal-Siege. Vor allem mit ihrer Clubkameradin Prinz, die in den vergangenen drei Jahren zur Weltfußballerin gekürt wurde, versteht sie sich blind. Im Sommer gewann Lingor mit dem FFC zum zweiten Mal nach 2002 den UEFA-Cup.

International ins Rampenlicht trat die Freistoß- und Elfmeterschützin bei Olympia 2000 in Sydney, als sie mit der DFB-Elf wie auch vier Jahre später Bronze gewann. In Athen schoss sie im Spiel um Platz drei das entscheidende 1:0 gegen Schweden. Nach den EM-Erfolgen 2001 und 2005 sowie dem WM-Triumph 2003 will die Sportstudentin ihre Karriere mit der Titelverteidigung im kommenden Jahr in China krönen. «Zumindest wollen wir das Endspiel erreichen», sagte Lingor, die sich auch nach 120 Länderspielen (27 Tore) über jede Berufung freut. «Für mich ist es immer schön, Post vom DFB zu kriegen. Es ist schön zu wissen, dass ich zu den Besten gehöre.»

dpa

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