Freitag, 8. Dezember 2006 / 11:30 Uhr
Rotterdam - Mit Erleichterung hat Feyenoord Rotterdam auf die milde Strafe der UEFA für die Ausschreitungen seiner Fans in Frankreich reagiert. «Die UEFA hat sich an die Tatsachen gehalten und nicht an den äußeren Schein», sagte Finanzchef Chris Woerts.
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Er muss jedoch aus der ohnehin fast leeren Kasse des Clubs 125 000 Euro für die Krawalle von Feyenoord-Fans bei dem mit 0:3 verlorenen UEFA-Pokal-Spiel gegen AS Nancy bezahlen. Sollten sich solche Vorfälle in den nächsten drei Jahren wiederholen, drohen dem niederländischen Traditionsverein zwei Spielen ohne Zuschauer als Sanktion.
Französische Polizisten drängen im Stadion niederländische Fans zurück.
«Mit dem Schreck davon gekommen», fand die Zeitung «Telegraaf». Denn die Vereinsführung und viele Beobachter hatten sogar mit einem Ausschluss von europäischen Wettbewerben für ein oder zwei Jahre gerechnet. Zu seiner Verteidigung hatte Feyenoord betont, dass es sowohl den AS Nancy als auch die französischen Behörden vor den gewalttätigen Fans gewarnt hatte. «Es sieht so aus, als ob die UEFA offene Ohren dafür gehabt hat», sagte Woerts. Vereinschef Jorien van den Herik empfand sogar Genugtuung über das «erzieherische Element», das die Bewährungsstrafe für die nächsten drei Jahre habe.
Gemeinsam mit dem Königlichen Fußballbund setzt sich Feyenoord jetzt verstärkt für ein Gesetz ein, das bessere rechtliche Grundlagen für den Umgang mit gewalttätigen Fans schaffen soll. Die sozialdemokratische Arbeitspartei, die voraussichtlich bald mit in die Regierung kommt, unterstützt das Vorhaben. Das nächste und letzte Gruppenspiel im UEFA-Pokal im heimischen Stadion «De Kuip» gegen Wisla Krakau stuft der Verein wieder als Risikospiel ein und kündigte dafür scharfe Sicherheitsmaßnahmen an.
Die Schlagzeilen über das unsportliche Verhalten einiger seiner Anhänger treffen Feyenoord hart, weil auch auf sportlichem Gebiet seit Wochen nur Negatives zu berichten ist. Der Verein aus der drittgrößten Hafenstadt der Welt dümpelt mit schwachen Leistungen derzeit auf dem fünften Tabellenplatz der Ehrendivision, noch hinter dem Provinzclub FC Twente aus Enschede.
Weil mangels sportlicher Erfolge auch das Geld in rasantem Tempo ausgeht, soll die Vereinsführung Konsequenzen ziehen. Der seit Jahren umstrittene, aber unantastbare van den Herik muss seinen Platz als Vorsitzender des Aufsichtsrates verlassen. Auch ist das Strafregister bei der UEFA noch nicht geschlossen. Feyenoord erwartet einen weiteren Urteilsspruch: Beim Spiel gegen die Blackburn Rovers hatte ein Rotterdamer Fan einen Spieler der Gäste mit Bier übergossen.
dpa
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